Ist das Reisen im Camper wirklich so günstig, wie viele denken? Oder gibt man am Ende doch mehr Geld aus als geplant? In diesem Beitrag zeigen wir dir, welche Kosten beim Vanlife auch dich zukommen und teilen unsere Geld Spartipps beim Vanlife mit dir. Man kann nämlich auch mit kleinem Budget unterwegs sein – wir zeigen dir wie.
Die größten Kostenfaktoren beim Vanlife
Vanlife ist nicht automatisch eine günstige Art zu reisen, aber unserer Meinung nach ist es deutlich günstiger als Hotelübernachtungen und Mietwagen. Wie immer kommt es aber ganz auf deinen individuellen Reisestil an. Wie viele Kilometer fährst du im Monat? Gehst du oft essen oder kochst du selber? Stehst du häufig auf Campingplätzen? Das sind unsere größten Ausgaben:
- Lebensmittel ca. 600€ im Monat
- Diesel ca. 500€ im Monat
- Versicherungen ca. 170€
- Campen ca. 150€
- Reparaturen
- Aktivitäten ca. 100€
Viele dieser Kosten, wie etwa für Lebensmittel und Versicherungen, hätten wir auch zu Hause. Da wir bei langen Reisen keine feste Wohnung haben, sparen wir uns hingegen die teuer Miete sowie diverse Nebenkosten. Diese investieren wir dann sozusagen in Sprit und schöne Aktivitäten.
Reisen ist günstiger als man denkt
Generell geben wir beim Reisen deutlich weniger Geld aus als wenn wir zu Hause bleiben und arbeiten. Im Durchschnitt geben wir beim Vanlife zu zweit ca. 1500€ aus. In der Schweiz könnten wir davon nicht mal unsere Miete decken und auch in Deutschland sind die Mietpreise in den letzten Jahren ganz schön gestiegen. So haben wir in der Schweiz etwa Lebenshaltungskosten von rund 4300€ im Monat – und das zu arbeiten. Der Großteil davon geht in die teure Miete, Krankenversicherungen, Lebensmittel und Kleinkram. Beim Reisen geben wir hingegen nicht mal die Hälfte aus und können jeden Tag selber entscheiden, wie wir unsere Zeit gestalten wollen.
Unsere Geld Spartipps beim Vanlife
Hast du für deine Reise nicht so viel Budget zur Verfügung und fragst dich, wie du beim Vanlife Geld sparen kannst? Wir sind seit zehn Jahren auf Weltreise und wissen mittlerweile ganz genau, wie sich auf Reisen sinnvoll Geld sparen lässt.
Versicherungen
Bei Versicherungen sollte man unserer Meinung nach nicht sparen. Wir haben für unseren Fiat Ducato Camper eine Vollkaskoversicherung und eine Inhaltsversicherung abgeschlossen. Dazu haben wir eine private Haftpflichtversicherung. Wenn wir länger auf Reisen sind, schließen wir vor der Abreise aus Deutschland immer eine Auslandskrankenversicherung ab. Diese übernimmt die Kosten von medizinisch notwendigen Behandlung im Ausland.
Eine gute Auslandskrankenversicherung für das Vanlife ist deutlich günstiger als die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland. Die Preise werden oft pro Tag angegeben und fangen schon bei 1€/Tag an. Die Kosten unterscheiden sich dabei nicht nur nach den Versicherungsanbietern, sondern richten sich auch nach dem Alter des Reisenden, die Versicherungsdauer sowie die Reiseländer.
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Spritkosten senken
Je nach Reiseland kann Diesel extrem teurer oder günstig sein. Um auf unserer Route die günstigste Tankstelle zu finden, vergleichen wir die Spritpreise direkt in Google Maps. Dazu gucken wir uns verschiedene Tankstellen sowie den aktuellen Preis an, welcher dort oft eingetragen ist.
Auch der Fahrstil hat einen Einfluss auf den Spritverbrauch. Wir fahren selten über 100 km/h, sondern meist 90 km/h. Das ist die „Wohlfühlgeschwindigkeit“ von unserem Van (und von uns übrigens auch). Schneller fahren würde den Verbrauch nur unnötig erhöhen. Unser durchschnittlicher Verbrauch liegt bei 9 Liter / 100 km.
- Reifendruck regelmäßig kontrollieren
- Nicht zu voll beladen
- Vorausschauend fahren
- Teure Mautrstaßen (wie in Frankeich) vermeiden, wenn Zeit keine Rolle spielt
Langsam reisen = günstig reisen
Wir lieben es zwar viel zu sehen und erleben, aber am günstigsten reist es sich langsamer. Je schneller wir fahren, umso mehr Geld geben wir aus – jeder Kilometer kostet Geld. Anstatt in einer kurzen Zeit möglichst viele Länder besuchen zu wollen, kannst du dich auch auf weniger Länder beschränken und diese intensiver bereisen. In einem Sommer sind wir von Portugal bis nach Norwegen gefahren. In dieser Zeit haben wir unglaublich viel erlebt, aber wir haben auch viel Geld ausgegeben und wären eigentlich gerne länger an einzelnen Orten geblieben.
Geld sparen mit einer guten Reisekreditkarte
Wir haben auf unseren Reisen immer mehrere Kreditkarten dabei. So können wir im Ausland kostenlos Geld abheben und weltweit kostenlos bezahlen. Falls eine Kreditkarte geklaut wird oder du sie verlierst, ist es immer gut ein Backup zu haben. Mit der richtigen Kreditkarte kannst du im Jahr viel Geld sparen. Achte darauf, dass sie keinen Auslandseinsatz und keine versteckten Gebühren hat. Wir können die Kreditkarte von der DKB*, die Genial Card von der Hanseatic Bank* und die awa7 Kreditkarte* empfehlen.
Unsere Kriterien an eine gute Reisekreditkarte sind:
- Weltweit kostenlos Geld abheben
- Weltweit kostenlos bezahlen
- Kein Auslandseinsatz
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Übernachten im Camper
Auch die Übernachtungskosten haben einen großen Einfluss auf die Vanlife Kosten. Der große Vorteil mit dem Camper ist ja, dass du nicht für jede einzelne Nacht bezahlen und dir immer eine neue Unterkunft buchen musst. Wir haben in unserem Van alles dabei was wir brauchen und stehen am liebsten frei. Ab und zu fahren wir aber bewusst auf Campingplätze und nutzen die Gelegenheit um Wäsche zu waschen oder um uns etwas auszubreiten. Beim Wildcampen muss man sich ja eher „unauffällig“ verhalten und sollte nicht immer mit dem Campingstuhl und offener Markise vor dem Auto sitzen.
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Wildcampen
Wir lieben es mit unserem Van in der Natur zu campen. Allerdings ist Wildcampen nicht in jedem Land erlaubt bzw. toleriert. Wann immer es geht und wir einen mehr oder weniger passenden oder schönen Platz finden, stehen wir gerne frei. Oft stehen wir dabei auf Parkplätzen und nicht mitten in der Natur. Wenn es keine anderen Optionen gibt, bleibt einem normalerweise nichts anderes übrig als einen Campingplatz oder einen Wohnmobilstellplatz aufzusuchen.
Kostenlose Wohnmobilstellplätze
In vielen Ländern und Regionen gibt es sogar offizielle kostenlose Wohnmobilstellplätze, wo man eine Nacht oder länger übernachten darf. Meist steht man auf einem Parkplatz und oft gibt es sogar noch Ver- und Entsorgung. Der Gedanke dahinter ist, dass man als Reisender in dem Ort einkaufen oder essen geht und so die lokale Wirtschaft unterstützt. Diese Plätze sind immer eine tolle Option und nutzen wir auf unseren Reisen regelmäßig.
Bezahlte Campingplätze
Campingplätze sind besonders in der Nebensaison überraschend günstig, während es in der Hauptreisezeit ganz schön teuer werden kann. Viele bieten auch Wochen- oder Monatspreise an. Es lohnt sich also zu fragen, ob man bei einem längeren Aufenthalt einen Rabatt bekommt.
Essen unterwegs
Der große Vorteil vom Vanlife ist, dass wir unsere Küche immer dabei haben und jederzeit kochen können, egal wo wir gerade sind. Selber zu kochen spart sehr viel Geld im Vergleich zu Restaurantbesuchen. Wir haben in unserem Van großen Wert auf eine gut ausgestattete Camper Küche gelegt und kochen meistens selber. In Restaurants und Cafes gehen wir nur selten. Obst und Gemüsen kaufen wir gerne an regionalen Märkten und in südlichen Ländern gibt es am Straßenstrand oft auch kleine Gemüsestände. Meistens kochen wir große Portionen, von denen wir zwei oder drei Tage essen können. In unserem großen Kühlschrank haben wir mehr als genug Platz für frische Lebensmittel, ohne dass diese schlecht werden.
Seit unserer Panamericana Reise ist ein Trinkwasserfilter* ein fester Bestandteil von unserem Ausbau. Dank des Explorer Overland Sets von Riva* können wir in jedem Land unseren Frischwassertank im Camper auffüllen und das Wasser auch Trinken. In Ländern wie Mexiko oder Panama haben wir dank des Trinkwasserfilters überall unseren Frischwassertank aufgefüllt und das Wasser getrunken. So sparen wir nicht nur Geld für unzählige Wasserflaschen, sondern vermeiden auch jede Menge Müll.
Reparaturen und Wartung
Ein Van kann ganz schön teuer sein und Reparaturen gehen schnell ins Geld. Deshalb lassen wir unseren Van regelmäßig bei einer Werkstatt durchchecken. So können größere Schäden bestenfalls früh erkannt und behoben werden und wir bleiben nicht unterwegs liegen. Auch das Motoröl und die Filter lassen wir regelmäßig wechseln oder machen dies selber. Für etwaige Reparaturen solltest du immer genug Notfallreserven zurück legen. Ein kaputter Motor oder eine Getriebe können schnell einige tausend € kosten.
Technik
Wir haben unseren Van so ausgebaut, dass wir möglichst autark unterwegs sind und nicht auf Campingplätze angewiesen sind. Der Ausbau selber ist natürlich auch eine Investition, aber dafür haben wir uns ein kleines abbezahltes Eigenheim geschaffen. Die Van Ausbau Kosten waren nicht gerade günstig, aber da wir meistens Vollzeit mit unserem Van unterwegs sind, lohnt sich diese Investition. Natürlich kann man den Camper auch deutlich günstiger ausbauen und trotzdem jahrelang unterwegs sein – so haben wir das in Australien und Neuseeland gemacht.
Minimalismus
Während deiner Reise wird dir auffallen, wie wenig du eigentlich brauchst. Kein voller Kleiderschrank, keine zehn paar Schuhe oder jedes Jahr das neuste Handy. Wir investieren mittlerweile lieber in hochwertige Dinge, die wir wirklich gerne und lange nutzen. Oft zieht man ja eh nur seine Lieblingsklamotten an. Wir haben auf unseren Reisen gelernt, wie wenig wir eigentlich brauchen um glücklich zu sein. Konsum macht oft nur kurzfristig glücklich. Was uns glücklich macht ist: Zeit, Erlebnisse und schöne Momente.
Ausgaben tracken
Wir tracken jeden Monat unsere Ausgaben und schreiben alles auf den Cent genau auf: Lebensmittel, Tanken, Einkaufen, Aktivitäten, Internet usw. So wissen wir jeden Monat genau, wie viel Geld wir für was ausgegeben haben. Falls dich interessiert, wie wir zehn Jahre Weltreise finanziert haben: Weltreise finanzieren und Geld verdienen auf Reisen
Fazit zu den Geld Spartipps beim Vanlife
Unserer Erfahrung nach, ist das Vanlife deutlich günstiger als ein klassisches Leben in einer Wohnung oder ein Urlaub mit Hotelübernachtungen und Mietwagen. Reisen ist eben kein Urlaub, sondern ein Lebensstil. Und mit dem richtigen Mindset lässt sich dieser Traum auch mit kleinem Budget leben.














