Welche Möglichkeiten zur Camper Höherlegung für den Fiat Ducato gibt es? Wir zeigen dir, welche Optionen es gibt um das Wohnmobil höherzulegen, ob sich eine Zusatzluftfederung lohnt und wie wir diese in unseren Fiat Ducato Camper eingebaut haben. Außerdem erklären wir dir, was es mit einer Auflastung des Fahrzeugs auf sich hat und welche Bauteile nötig sind um sogar das komplette Fahrwerk höherzulegen.

Camper Höherlegung für den Fiat Ducato

Unser Fiat Ducato 2,3 Multijet mit Baujahr 2016 besitzt ein serienmäßiges Light Fahrwerk und ist für den Transport von Lasten augelegt. Jedoch fährt ein Transporter für gewöhnlich nicht täglich an seiner Belastungsgrenze, sondern  etwa morgens voll beladen zum Kunden und nachmittags leer zurück. Vielleicht wird auch nur etwas Werkzeug zum Kunden transportiert oder leichtes Baumaterial. Die Einsatzmöglichkeiten eines Kastenwagens sind sehr vielfältig.

Bei einem Camper Ausbau sieht das ganze dann schon anders aus. Schließlich haben wir aus dem leeren Transporter ein kleines Haus gebaut; inklusive Bett, Küche und Nasszelle. Oft wiegt der reisefertige Camper mit Wasser, Diesel und Kleidung über 3 Tonnen und fährt somit ununterbrochen an der oberen Beladungsgrenze. Das Fahrwerk ist für diese Dauerbelastung eigentlich gar nicht ausgelegt, was man diesem nach kurzer Zeit meistens schon ansehen kann. Unser Ducato mit Light Fahrwerk hat nach dem Ausbau regelrecht auf der Hinterachse aufgesessen und die Reifen begannen im Radkasten zu verschwinden. Von einer Federung konnte man schon gar nicht mehr sprechen und das hat sich auch beim Fahren durch harte Schläge bemerkbar gemacht.

Von außen hat dem Fahrzeug angesehen, dass das Gewicht die Federung an der Hinterachse stark belastet. Nach ewiger Recherche haben wir uns dann erst einmal für den Einbau einer Zusatzluftfederung* an der Hinterachse entschieden.

Wichtig anzumerken ist, dass eine Zusatzluftfederung, wie der Name schon sagt, nur eine zusätzliche Hilfe bietet. Im Idealfall werden gleich das gesamte Fahrwerk, also die Stoßdämpfer und Federn an der Vorder- und Hinterachse optimiert. Aber mit der Zusatzluftfederung lässt sich schonmal gut beginnen und solch eine Camper Höherlegung muss nicht immer komplett an einem Stück fertiggestellt werden. Es lohnt sich auch Bauteile wie die Stoßdämpfer an der Vorderachse erst zu ersetzen, wenn dies wirklich nötig ist.

Vor- und Nachteile Zusatzluftfederung Fiat Ducato

Welche Vorteile und Nachteile hat die Zusatzluftfederung für den Fiat Ducato?

VorteileNachteile
Mehr BodenfreiheitHohe Kosten
Verbesserter Zuladungs- und FederungskomfortTeure Ersatzteile
Besseres Handling bei Beladung
Verstellbare Höhe beim Fahren und Campen
Mehr Fahrstabilität

Bis auf die hohen Kosten gibt es unserer Meinung nach nur wenige Nachteile für den Einbau einer Zusatzluftfederung beim Wohnmobil. Für uns überwiegen die Vorteile und bis jetzt sind wir sehr zufrieden mit unserem kleinen Upgrade.

Einkaufsliste für Camper Höherlegung für den Fiat Ducato

Goldschmitt Zusatz-Luftfederung Fiat Ducato*
Goldschmitt Zusatz-Luftfederung Fiat Ducato
 Preis: € 1.185,00 Jetzt kaufen bei CampingWagner!*
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Zuletzt aktualisiert am 13. Januar 2026.
Goldschmitt 6 Zoll Zusatzluftfederung Einbauset

Zusatzluftfederung beim Camper nachrüsten

Die Goldschmitt Zweikreis Luftfederungen* sind bei den meisten Fahrzeugen mit Blattfedern an der Hinterachse nachrüstbar und eignen sich für den Fiat Ducato sowie für den baugleichen Citroen Jumper und Peugeot Boxer ab dem Baujahr 07/2006.

Die serienmäßige Stahlfederung bleibt beim Einbau unverändert erhalten, da die Luftbälge zwischen Fahrzeugrahmen und Achse montiert werden. Dadurch wird das Fahrzeugheck angehoben und Fehlbeladungen werden ausgeglichen. Die vorhandenen Serienfedern werden unterstützt und die Federstärke lässt sich flexibel anpassen. Somit wird der Fahrkomfort erhöht und die Sicherheit bei einem vollbeladenen Kastenwagen langfristig gewährleistet.

Einbauanleitung Camper Höherlegung für den Fiat Ducato

Hier handelt es sich um unsere persönliche Einbauanleitung der Goldschmitt Zusatzluftfederung in der 6 Zoll Zweikreisvariante. Der Einbau der 8 Zoll Variante, welche sich für für größere Fahrzeuge eignet, beinhaltet ein paar zusätzliche Schritte, da die Luftbälge etwas mehr Volumen haben.

Entfernen der Anschlagpuffer

Idealerweise besitzt man eine Hebebühne oder Grube um die Zusatzluftfederung einzubauen. Wir haben, so wie die meisten wahrscheinlich, nichts der beiden und haben unser Fahrzeug auf dem Parkplatz vor dem Haus mittels zwei Wagenhebern hinten aufgebockt. Wichtig dabei ist es das Ersatzrad oder Holzklötze unter die Karosserie zu legen. Falls einer der Wagenheber versagen sollte und der schwere Van herunterkommt, wird man so darunter nicht verletzt. Für mehr Platz unter dem Fahrzeug können nun optional auch noch die hinteren Reifen demontiert werden.

Zuerst müssen nun die beiden Anschlagpuffer über der Blattfeder entfernt werden. Diese haben sich durch das Anheben mit den Wagenhebern weiter nach oben bewegt, so dass nun genügend Platz besteht um diese herauszudrehen. Bei unserem fast zehn Jahre alten Van sitzen die Anschlagpuffer jedoch so fest, dass wir diese mit Schlägen auf den Kranz entfernen müssen. Dazu nutzen wir einen Hammer und Meißel. Bei älteren Fahrzeugen empfiehlt es sich, am Vortag bereits alle Schrauben mit Rostlöser einzusprühen.

Die Anschlagpuffer werden entfernt

Neue Rahmenplatte montieren

Anstelle des Anschlagpuffers werden nun die neuen Rahmenplatten montiert. Die Bridenplatte sowie die alten Muttern, welche im Bild zu sehen ist, wird nun nicht mehr benötigt. Nun wird auf jeder Seite die Rahmenplatte mit den mitgelieferten Schrauben, anstelle der Anschlagpuffer montiert. Diese wird danach die Luftbälge halten.

Luftbälge vormontieren

Als nächstes werden die Luftbälge außerhalb des Fahrzeugs schon einmal vormontiert. Dabei ist es wichtig die richtigen Schrauben zu verwenden, es gibt nämlich verschiedene Längen im Höherlegungsset. Mehr Infos dazu findet man in der mitgeflieferten Einbauanleitung. Es wird jeweils eine Montageplatte auf die Ober- und Unterseite geschraubt. Außerdem muss dann noch der Pneumatikanschluss eingeschraubt werden. Am besten drückt man nun den fertig vormontierten Luftbalg etwas zusammen und steckt das Rückschlagventil des Kompressors mit einem kleinen Stück Schlauch an den Eingang. So ist der Luftbalg schön flach und behält seine Form für eine einfache Montage.

Vormontierter Luftbalg fertig für den Einbau

Luftbälge einsetzen

Bevor der Luftbalg eingesetzt werden kann, muss unten auf die Blattfeder das Bremsseilhalteblech gelegt werden. Bei uns ist das Bremsseil allerdings schon werksseitig durch eine robuste Klammer fixiert, weshalb wir das Halteblech andersherum, also mit der Lasche in Fahrtrichtung eingesetzt haben.

Der vormontierte Luftbalg kann nun an der oberen Montageplatte eingehangen und mit zwei Schrauben an dieser verschraubt werden. Auf der Unterseite werden nun die alten Bridenhalter mit neuen Muttern verschraubt und klemmen den Luftbalg so sicher auf der Blattfeder fest. Die Muttern müssen anschließend mit einem Drehmoment von 130 Nm angezogen werden. Zu beachten bei der Montage ist, dass der Pneumatikanschluss des Luftbalgs zur Fahrzeugmitte hin zeigen muss.

Die Luftbälge werden eingesetzt

Luftschlauch verlegen

Nun können die Luftschläuche von den Luftbälgen nach vorne zu unserem Kompressor verlegt werden. Das Goldschmitt Zusatzluftfederungspaket* ist als Zweikreissystem aufgebaut. Die Luftbälge können also jeweils einzeln angesteuert werden. Das ist später sehr praktisch, denn so können wir Unebenheiten auf dem Stellplatz ausgleichen und verhindern das man im Bett schräg liegt, das Duschwasser schlecht abläuft oder das Fett in der Pfanne ständig in eine Richtung rinnt. Jeder Kreis wird mit einer eigenen Farbe Pneumatikschlauch verlegt, so dass keine Verwechslung stattfinden kann. Wir haben uns bei der Verlegung an der Kabeltrasse unter dem Fahrzeug orientiert. Dort haben wir auch schon die Leitungen der Dieselstandheizung* entlang verlegt. Gesichert wird zum Schluss alles nochmal mit ein paar Kabelbindern.

Der Luftschlauch wird unter dem Fahrzeug verlegt

Der für uns schwierigste Schritt beim Einbau der Camper Zusatzluftfederung ist es, die Pneumatikschläuche ins Fahrzeuginnere zum Kompressor und der Bedieneinheit zu verlegen. Wir haben uns entschieden den Kompressor unter der linken Trittstufe im Fahrerhaus zu verbauen. Um die beiden Luftschläuche nun ins Innere zur Trittstufe zu bekommen, haben wir diese durch die Öffnung des Handbremsseils gelegt. Mit etwas Geschick kommt man so direkt unter der Verkleidung der linken Trittstufe wieder heraus.

Luftschlauch wird in den Innenraum geführt

Kompressor montieren

Im Lieferumfang wird der Kompressor der Zusatzluftfederung auf einem praktischen Gestellt geliefert. Dieses soll unterhalb des Fahrzeugs neben dem Fahrzeugtank montiert werden. Die Pneumatikschläuche sowie die elektrischen Leitungen führt man in diesem Fall durch ein Loch in den Batteriekasten und somit ins Fahrzeuginnere.

Wir haben uns jedoch dazu entschieden, den Kompressor unter die linken Trittstufe im Fahrerhaus zu platzieren. Das hat den Vorteil, dass der Kompressor nicht den Umwelteinflüssen ausgesetzt ist und auch keine elektrischen Leitungen außerhalb des Fahrzeugs montiert werden müssen. Außerdem ist unter der Trittstufe so viel Platz, dass der Kompressor locker darunter verschwinden kann. Den Kompressor haben wir in der linken Ecke unter der Trittstufe mit etwas Montagekleber fixiert. Der Filter der Ansaugung wird dann auch noch mit etwas Kleber oberhalb des Kompressors fixiert.

Nun können auch schon die ganzen Pneumatikleitungen miteinander verbunden werden. Dabei dürfen auf keinen Fall die Rückschlagventile vergessen werden, da ansonsten der Druck in den Luftbälgen nicht gehalten werden kann. Außerdem muss darauf geachtet werden, dass die beiden Farben blau und gelb der Luftschläuche nicht vertauscht werden. Den detaillierten Verbindungsplan für die Schläuche findet man dem Set beiliegend, die Montage ist jedoch nicht sehr kompliziert.

Der Kompressor wird in der Trittstufe montiert

Bedieneinheit montieren

Jetzt kann auch schon die Bedieneinheit vorne im Fahrerhaus montiert werden. Wir haben uns für das Set mit der „Comfort Touch“ Bedieneinheit entschieden. Hierbei sind die Taster zur Bedienung etwas schöner und die zwei Manometer haben eine Hintergrundbeleuchtung im Vergleich zur Standardausführung.

Um die Bedieneinheit im Cockpit des Fiat Ducatos einbauen zu können, müssen zuerst ein paar Verkleidungsteile entfernt werden. Diese sind an vielen Stellen geschraubt und lassen sich mit etwas Geschick recht schnell lösen. Nun muss die Plastikabdeckung, in welcher die Bedieneinheit später montiert wird, etwas bearbeitet werden. Mit einem Dremel oder Winkelschleifer entfernt man die Rückwand aus Plastik und kann so später die elektrischen- und pneumatischen Anschlüsse an der Bedieneinheit anschließen.

Bedienelement wird eingebaut

Elektrischer Anschluss

Mittlerweile sollten alle Bauteile an ihrem Ort verbaut sein und wir können mit dem elektrischen Anschluss beginnen. Um die Bedieneinheit und auch den Kompressor mit Strom zu versorgen, müssen wir diese an der Fahrzeugbatterie anschließen. Dabei muss beachtet werden, dass die Bedieneinheit an Zündungsplus angeschlossen wird. Im Set enthalten ist dafür ein kleiner Stromdieb enthalten, welcher einfach im Sicherungskasten auf der linken Fahrzeugseite unter dem Lenkrad aufgesteckt wird. Dafür haben wir uns die Klemme F49 (Radio) ausgesucht, welche oben die zweite von links ist. Somit kann der Kompressor nur genutzt werden wenn die Zündung eingeschaltet wird und auch die Beleuchtung der Bedieneinheit bleibt ansonsten ausgeschaltet.

Spannungsversorgung für das Bedienelement

Im Einbauset sind alle benötigten Kabelbäume und Sicherungen enthalten. Das Relais für den Kompressor schließen wir nun direkt an der Fahrzeugbatterie an. Dafür findet man an den Batteriepolen meistens noch eine freie Klemme und kann dort alles fest und sauber verschrauben.

Spannungsversorgung für den Kompressor

Nacharbeit von der Camper Höherlegung

Nun sollten die wichtigsten Arbeiten abgeschlossen sein und wir können den ersten Funktionstest durchführen. Mit eingeschalteter Zündung pumpen wir die Luftbälge auf bis zu 4 Bar auf um die maximale Höhe zu erreichen. Dann kann unter dem Fahrzeug noch einmal alles kontrolliert werden und bei Bedarf können noch zusätzliche Kabelbinder angebracht werden. Wichtig ist es die Luftbälge am nächsten Tag auf Druckverlust zu prüfen und auch eine kurze Probefahrt durchzuführen. Wir fahren mittlerweile mit rund 2 bar in den Luftbälgen, je nach Zustand der Straße und unserer Beladung. Außerdem müssen die Federbriden nach der Probefahrt nochmal nachgezogen und die Drehmomente beachtet werden. Durch die Höherlegung auf der Hinterachse kann das Fahrzeug nun leicht keilförmig stehen, weshalb auch die Scheinwerferstellung überprüft werden sollte.

Camper Höherlegung: vorher und nacher

Camper Höherlegung

In diesem Schritt haben wir nun eine Camper Zusatz Luftfederung an der Hinterachse eingebaut. Es gibt jedoch auch noch die Möglichkeit, zusätzlich die Vorderachse höherzulegen sowie in größere Reifen und Felgen zu investieren. So hebt man nicht nur die Karosserie an, sondern auch die starre Achse. Idealerweise geht man hier nun auf 18 Zoll Räder, um die maximale Höhe zu erreichen. Diese müssen dann aber auch zusätzlich vom TÜV eingetragen werden.

Höherlegung der Vorderachse

Da durch den Einbau der Zusatzluftfederung das Fahrzeug nur an der Hinterachse angehoben wird, kann nun auch noch die Vorderachse erhöht werden um das Paket komplett zu machen. Dazu empfehlen wir für die Vorderachse neue Stoßdämpfer und Domlager einzubauen, beispielsweise Koni 8705-1332* oder Bilstein B6 Camper Advance. Hinzu kommen dann noch neue Federn von Lesjöfors 4026198.

Alternativ kann auch die kompletten Goldschmitt Route Comfort Vorderachsfederbeine* eingebaut werden, welche aber im Vergleich sehr teuer sind. Zusätzlich zu der neuen Federung auf der Vorderachse sollten dann auch die Dämpfer an der Hinterachse mit Koni 8205-1008* ersetzt werden, um die volle Dämpfung gewährleisten zu können.

Auflastung des Wohnmobils

Unser Fiat Ducato hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 3500 kg. Voll beladen und reisefertig wiegen wir etwa 3100 kg und haben so noch genug Spielraum dazwischen. Nach dem Einbau der Zusatzluftfederung hat man nun auch die Möglichkeit das Fahrzeug mit Light Fahrwerk auf rund 4090 kg aufzulasten. Dazu müssen allerdings die Achslast auf dem Typenschild genau abgeglichen und die Reifen auf ihre Tragfähigkeit geprüft werden. Zu beachten ist auch, dass für das Führen eines Transporters über 3500 kg ein weiterer Führerschein notwendig ist, sowie auf bestimmten Strecken mehr Mautgebühren gezahlt werden müssen.

Endergebnis unserer Höherlegung

Fazit zur Camper Höherlegung

Wir haben vor dem Einbau im Radkasten eine Höhe von rund 9 cm gemessen und nach dem Einbau der Zusatzluftfederung nun rund 15 cm, was somit eine Erhöhung von ca. 6 – 7 cm ergibt. Der Fahrtkomfort hat sich zudem etwas verbessert und wir spüren keine Schläge mehr auf der Hinterachse. Was wir sehr zu schätzen wissen ist, dass wir nun auf dem Stellplatz sämtliche Unebenheiten per Knopfdruck ausgleichen können und unsere Auffahrkeile* viel seltener benötigen. Letztendlich ist auch die Optik zu erwähnen, dass Fahrzeug sieht nun viel gesünder aus und hängt hinten nicht mehr so stark durch.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Schreibe einen Kommentar