Zwei Jahre lang haben wir in Australien Work and Travel gemacht. Deswegen möchten wir hier nun unsere Erfahrung zu einem Work and Travel Aufenthalt in Australien weitergeben.

Work and Travel in Australien – unser Erfahrungsbericht

Immer mehr junge Leute strömen nach dem Abi, der Ausbildung oder nach dem Studium nach Australien um Work and Travel zu machen. Auch wir wollten grenzenlose Freiheit, unser Englisch verbessern, Abenteuer erleben und natürlich in Australien Geld verdienen, um unsere Reise zu finanzieren. Hier möchten wir davon berichten, was uns in Australien richtig gut gefallen hat und welche negativen Aspekte wir erlebt haben.

Wir würden es immer wieder machen: Work and Travel in Australien!

Mit dem Working Holiday Visum kann man bis zu drei Jahre in Australien bleiben. Wenn man in seinem ersten Jahr in Australien drei Monate auf einer Farm arbeitet, kann man unter gewissen Voraussetzungen auf ein Jahr verlängern. Und wenn man in seinem zweiten Jahr in Australien, für sechs Monate auf einer Farm arbeitet, kann man sogar ein drittes Jahr hier bleiben. Als wir in Australien waren, gab es die Regelung von dem dritten Jahr noch nicht und wir sind „nur“ zwei Jahre in Australien geblieben. Das Working Holiday Visum kann man online beantragen. Die Gebühr kostet 485$. Bei der Beantragung ist es wichtig, die Fragen richtig zu beantworten, dazu gibt es zahlreiche Anleitungen.

Eine Visa Begrenzung gibt es für die meisten Länder nicht und oft liest man, dass Australien mittlerweile an Backpackern überlaufen ist. Stimmt das? Wir würden sagen: Nein! Australien ist ein riesiges Land und die Zahl der Backpacker verläuft sich, zumindest überall außerhalb der beliebten Ostküste. An der Westküste hingegen trifft man auch deutlich weniger Gleichgesinnte.

Work and Travel in Australien selber organisiert

Wir haben unseren Work and Travel Aufenthalt selber organisiert, ohne Organisation. Die Planung ist nicht allzu aufwändig und sollte für niemanden ein Problem sein. Wir haben hier noch einen Blogbeitrag, wie wir unseren Work and Travel in Australien ohne Organisation geplant haben. 

Wir haben unsere Work and Travel Aufenthalt selber organisiert

Jobs finden in Australien

Über die Jobsuche in Australien haben wir bereits einen eigenen Beitrag verfasst, den findest du hier. Das Ziel von jedem Backpacker ist es natürlich, in Australien einen Job zu finden, Geld zu sparen und davon dann reisen zu können. Wir hatten anfangs große Angst, dass wir keinen Job finden uns uns das Geld ausgeht.

Weg aus den Städten

Von vielen haben wir gehört, dass sie wochenlang in Melbourne oder Sydney sind und keinen Job finden. Wir selber haben mal versucht einen Job in Perth zu finden und es war nicht einfach. Es gibt zwar viele Jobangebote, aber genauso viel Konkurrenz. Nicht nur von anderen Backpackern, sondern natürlich auch von Stundenten und Schülern. Außerdem gibt es natürlich auch viele schwarze Schafe. Viele Arbeitgeber, insbesondere Bars oder Restaurants bezahlen einen cash and hand (also schwarz) und drücken sich so vor dem Mindestlohn. Anstatt den 22$ die Stunden bekommt man dann nur 15$. Viele Kellnerjobs sind außerdem nur Teilzeit und so kommen auch nicht genügend Stunden zusammen. Das bisschen Geld geht dann oft für die teure Unterkunft drauf. Dann gibt es oft noch Promotionsjobs. Man steht also in der Fußgängerzone oder im Shoppingcenter und muss Passanten ansprechen. Wir haben selber so einen Job nie gemacht, aber würden auf jeden Fall davon abraten. Wir finden: in der Stadt arbeiten kannst du auch überall anders.

Farmarbeit

Anfangs dachten wir, dass Farmarbeit die einzige Arbeit ist, die wir in Australien machen werden. Unser (Schul)Englisch war zwar gut, aber einen richtigen Job, wo man viel reden muss, hätten wir uns früher damit nicht zugetraut. Aber es kam doch alles anders wie gedacht. In unseren zwei Jahren in Australien haben wir nur einmal auf einer Farm gearbeitet,- auf einer Abalonenfarm auf Kangaroo Island. Hier haben wir für unser second year working holiday visa (um ein zweites Jahr in Australien bleiben zu können) gearbeitet. Farmarbeit ist oft körperlich anstregend und kann auch sehr monoton sein. Wir mussten die Abalonen in Tüten wiegen und dann verpacken, den ganzen Tag lang. In der Halle war es zum Reden viel zu laut und so haben wir oft mit Kopfhörern Musik gehört. Wir würden nicht sagen, dass wir bei diesem Job unser Englisch verbessert haben. Da empfiehlt sich am besten ein Job, wo man viel reden muss. Deswegen haben wir es sonst immer vermieden, auf einer Farm zu arbeiten. Wir haben dafür zweimal in einem Roadhouse gearbeitet, auf einem Pferderennen oder in Hotels.

Im australischem Outback

Working Hostels in Australien

Gerade in Farmgegenden wie Tully oder Bunbdaberg werden Backpacker in sogenannte Working Hostels gelockt. Es wird ihnen gesagt, dass es Arbeit gibt und sie müssen aber schon mal für zwei Wochen die hohe Miete in dem Mitarbeiterhaus bezahlen. Vielen ergeht es dann so, dass sie dort keinen Job finden, schon die Miete bezahlt haben und dann noch ohne eigenes Auto dort nur schwer wegkommen. Die Unterkünfte der Working Hostels sind oft in einem schlechten Zustand und die Bezahlung teilweise nur pro Korb (zB ein Korb voll gepflückter Orangen). Wir würden von Working Hostels deshalb eher abraten und wenn man es doch in Betracht zieht, vorher unbedingt die Bewertungen über das Working Hostel lesen und sich genau darüber informieren.

Wie schwer ist es, in Australien einen Job zu finden?

Wie gut du in Australien einen Job findest, kommt auf viele Faktoren an. Am allermeisten auf den Ort. Wir haben die beste Erfahrung darin gemacht, in abgelegenen Gebieten zu arbeiten, wie zB in Cape York oder in Derby in einem Roadhouse. Dort gibt es nicht so viel Konkurrenz, die Arbeit ist oft interessant und der Verdienst teils höher als der Mindestlohn. An der Ostküste sind die meisten Backpacker unterwegs und die Jobsuche kann sich hier als besonders schwierig erweisen. Außerdem ist es gut, sich nicht nur auf einen Ort zu beschränken. Wir sind zB von Cairns an der Ostküste bis nach Broome an der Westküste gefahren und haben uns vorgenommen, auf dem Weg einen Job zu bekommen.

Die Arbeit in dem Roadhouse hat uns am besten gefallen

Negative Erfahrungen mit Jobs in Australien

Während unserer Zeit in Australien, haben wir insgesamt acht verschiedenen Jobs gehabt. Unsere Erfahrung mit Work and Travel Jobs in Australien war dabei nicht immer nur positiv. Manchmal hat es ewig gedauert, bis wir einen Job gefunden haben oder die Arbeit hat uns nicht so gut gefallen. Eine richtig schlechte Erfahrung haben wir auf Thursday Island gemacht, einer Insel zwischen Australien und Papua Neuginea. Mit dem Flugzeug sind wir von Cairns auf die Insel geflogen, um dort in einem Hotel zu arbeiten. Die Manager haben ihre Mitarbeiter, insbesondere die Backpacker, schlecht behandelt, uns teils sogar angeschrien und uns nur wenig Arbeit gegeben (wir haben Housekeeping gearbeitet). Wir haben uns total schrecklich gefühlt und wollten nach einer Woche einfach nur noch weg. Da wir mit dem Flugzeug dorthin geflogen sind, war das gar nicht so einfach. Einen Monat haben wir dort gearbeitet, bis wir die Insel wieder verlassen haben und uns einen neuen Job gesucht haben. Diesmal wieder mit unserem Auto.

Lebenshaltungskosten

Klar, Australien ist auf jeden Fall teurer als bei uns in Deutschland. Die Preise für Mieten sind höher und auch Lebensmittel kosten hier mehr Geld. Anfangs waren wir etwas geschockt und haben versucht, so günstig wie möglich zu leben. Nachdem wir nun aber noch in Neuseeland, Kanada und den USA waren finden wir, dass Australien gar nicht soo teuer ist. Der Kurs vom Euro zum australischen $ steht derzeit sehr gut und so bekommt man für 20€ schon 32$. Wir geben für Lebensmittel hier rund 10$ pro Person und Tag aus, was umgerechnet etwa 6€ sind. Verglichen mit dem hohen australischen Mindestlohn empfinden wir die Lebensmittelpreise als überhaupt nicht hoch. In Kanada oder in Neuseeland haben wir bsps. nur 15$ die Stunden verdient und die Lebensmittelpreise waren ähnlich. In Australien haben wir mindestens 22$ die Stunden verdient und es gibt genügend Potential zum sparen. Nach dem Work and Travel in Australien waren wir noch in Neuseeland und Kanada. Wir haben nie wieder so viel Geld verdient, wie in Australien. Australien hat einen extrem hohen Mindestlohn, den man unbedingt schätzen sollte!

Autokauf

Für uns war es das schönste, im eigenen Auto zu leben und zu reisen. Mittlerweile sind wir seit fast fünf Jahren auf Weltreise und das Reisen im Van ist davon ein wichtiger Bestandteil geworden. Möchte man die komplette Schönheit des Landes genießen und an die entlegensten Orte gelangen, kommt man nicht darum herum, sich selbst ein Auto zuzulegen. Ein Van dient als kleines zu Hause und als Transportmittel. Perfekt, um möglichst viel von Australien zu sehen. Falls du vor der Frage stehst, ob du in Australien besser einen Campervan oder ein Allradauto kaufen sollst, dann empfehlen wir dir diesen Beitrag. 🙂

Risiken beim Autokauf

Ein Autokauf ist immer mit Risiken verbunden, die meisten Vans sind um die 20 Jahre al. Falls man sich unsicher ist, kann ein Check beim Mechaniker helfen. Man sollte nur bedenken, dass dieser nicht ganz in den Motor gucken kann. Was kaputt gehen, kann natürlich immer. Und ist auch ganz normal, wenn man monatelang mit dem Auto unterwegs ist. Natürlich ist es nicht schön, viel Geld in eine Reperatur zu stecken. Aber wenn man in dem Auto eine schöne Zeit hat und es am Ende wieder verkaufen kann, dann ist es doch in Ordnung.

Wir hatten in Australien in unserem ersten Jahr einen Campervan und sind einmal um Australien rumgefahren, von Sydney nach Sydney! In unserem zweiten Jahr wollten wir noch mehr sehen und haben uns für ein Allradauto entschieden (4WD). Den Campervan hatten wir wieder verkauft und sind mit dem Allrad einmal von Sydney über Cape York und Broome nach Perth gefahren. 

Sind alle Backpacker 18 Jahre alt?

Wir sind nach unserem Bachelor Studium und der Ausbildung nach Australien geflogen. Zu dem Zeitpunkt waren wir beide 23. Es stimmt schon, dass viele nach dem Abitur nach Australien aufbrechen. Allerdings ist es nicht so, dass man nur auf Jüngere trifft. Wir haben auch viele Gleichaltrige oder Ältere getroffen, die ebenfalls Work and Travel in Australien machen. Der Großteil kommt nach dem Abitur, aber viele auch nach dem Studium oder erst mit 30. Wir haben in Australien viele Freundschaften geschlossen, ob mit Jüngeren oder Älteren. Am wichtigsten ist es, immer offen zu sein.

Überraschungen gehören zum Work and Travel Aufenthalt in Australien Jahr dazu, positive wie negative. Die einen genießt man, an anderen wächst man. Was bleibt, sind gute Geschichten für die Ewigkeit!

Von der Natur in Australien

Noch in Deutschland, hatten wir von Australien keine Ahnung. Wir haben von Outback, dem Great Barrier Reef und den Whitsundays gehört. Und natürlich von jeder Menge giftigen Tieren. Australien war ganz anders, als wir es uns vorgestellt haben. Wir sind auf eine atemberaubende Tierwelt, vielfältige Landschaften und traumhafte Strände gestoßen. Australien ist riesig und eignet sich perfekt für einen langen Roadtrip. Es gibt unheimlich viel zu sehen von Regenwäldern, Korallenriffen, Eukalyptuswäldern oder dem Outback.

Work and Travel in Australien – Erfahrung & Fazit

Wir finden, dass man bei einem Work and Travel Aufenthalt in Australien eine richtig tolle Zeit haben kann. Eine Zeit, die einem prägt und die man nie vergessen wird. Auch wenn nicht immer alles einfach ist und man manchmal vielleicht sogar an allem zweifelt. Work and Travel in Australien ist unserer Erfahrung nach eines der besten Erlebnisse, die man sich selber schenken kann! Wir würden es liebend gerne nochmal machen, aber leider bekommt man das Working Holiday Visum nur einmal im Leben. Also, worauf wartest du?

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