In unserem vorherigen Beitrag unserer Campervan Ausbau Serie haben wir die Wände und die Decke mit Armaflex isoliert. Nun geht es darum, wie wir unseren Fahrzeugboden isolieren und die Bodenplatte verlegen. Damit die Kälte oder auch die Wärme von Außen nicht durch den Fußboden in unseren Camper drückt, muss der Fahrzeugboden unter der Bodenplatte natürlich auch isoliert werden. Hier zeigen wir dir, wie wir bei unserem Kastenwagen Ausbau unsere Bodenplatte verlegen und was wir dafür alles gebraucht haben.

Einkaufsliste für Bodenplatte im Wohnmobil verlegen

  • 19mm Armaflex* zum isolieren
  • Cutter Messer
  • Bodenplatten*
  • Unterkonstruktionsholz (für das Grundgerüst)
  • Silikonentferner*, Lappen
  • Säge & Akkubohrer
  • Stichsäge* (Bodenplatte zurecht zu sägen)
  • Schrauben (Unterkonstruktion miteinander verschrauben)
  • Sikaflex* (Unterkonstrukion auf den Fahrzeugboden kleben)
  • Kartuschenpistole

Siebdruckplatten als Bodenplatte beim Camper Ausbau

Als Material für die Bodenplatte entscheiden wir uns für eine 12mm starke Siebdruckplatte. Wir haben bei einigen Holzhändlern angerufen, aber die Maße der verfügbaren Siebdruckplatten waren immer gleich und auch nicht besonders günstig. Die Siebdruckplatten gibt es standardmäßig in den Maßen 1,25 CamperMeter * 2 Meter. Wir haben uns dafür entschieden, die Siebdruckplatten bei Bauhaus zu kaufen.

Siebdruckplatten sind sehr widerstandsfähig gegen Nässe und Feuchtigkeit. Das hohe Gewicht ist der große Nachteil wie auch ein hoher Preis. Einige Camper verwenden als Bodenplatte auch OSB Platten. Diese sollen aber leicht bei Feuchtigkeit aufquellen. Wenn erstmal die Möbel im Van stehen, kommt man an den Boden nur schwer wieder ran. Um auf Nummer sicher zu gehen, entscheiden wir uns für die Siebdruckplatten.

So haben wir unsere Bodenplatte verlegt

Unterkonstruktion aus Holz anfertigen

Zunächst haben wir eine Unterbodenkonstruktion angefertigt, die unter die neue Bodenplatte kommen soll. Damit die Bodenplatte nicht nachgeben kann, haben wir sowohl Längs-, als auch Querverbindungen gelegt. Die Höhe der Holzleisten sollte höher sein als das 19mm verlegte Armaflex. Das hilft dabei das Material vor dem Zerdrücken zu schützen, damit es seine Eigenschaften zum Dämmen behält. Unser Boden vom Sprinter ist gewellt, weswegen wir zwei verschiedene Holzstärken verwenden. Einmal 24mm für den geriffelten Boden und einmal 28mm für die Rillen. Die “Wellen” sind 5mm hoch, so gleicht es sich bis auf einen Millimeter aus.

Wir verwenden zwei verschiedene Holzstärken für unseren Boden

Die Breite der Holzleisten hängt von der Struktur des Karosseriebodens ab. Wir haben die Breite so ausgewählt, dass diese noch gut in die größeren Rillen im Karosserieboden hineinpassen. Nachdem wir alle Holzleisten an Ort und Stelle hatten, haben wir nach und nach angefangen, diese miteinander zu verschrauben. Anschließend hatten wir zwei Holzgerüste, die nun auf unseren Boden angebracht werden sollen.

Unterkonstruktion mit Sikaflex auf dem Fahrzeugboden kleben

Den Boden haben wir mit Silikonentferner sauber gemacht und dann unser Holzgerüst mit Sikaflex auf den Boden geklebt. Geklebt, da wir nicht in den Fahrzeugboden schrauben wollen. Damit der Kleber gut hält, haben wir die Unterkonstruktion mit so viel Gewicht wie möglich beschwert. Über Nacht hat der Kleber getrocknet und am Morgen hat alles bombenfest gesessen.

Dämmen

Zwischen den Holzleisten muss nun gedämmt werden. Das haben wir wie schon an den Wänden mit 19mm Armaflex gemacht.

Bodenplatte im Kastenwagen

Wenn man schlau ist, hebt man die alte Bodenplatte auf und kann diese nun als Schablone verwenden. Wir haben das leider nicht gemacht. 😉 Da wir einen Teil unserer Bodenplatte durch die verrosteten Schrauben nicht abbekommen haben, mussten wir das hintere Stück der alten Bodenplatte heraus brechen.

Ist die alte Bodenplatte in guten Zustand und wenn man auch mit der Stärke und dem Gewicht zufrieden ist, kann man nach der Dämmung auch wieder die alte Bodenplatte einbauen. So spart man definitiv Geld und Arbeit!

Ausrechnen, wie viele Siebdruckplatten man benötigt

Da wir bei unserem L3H2 Mercedes Sprinter eine Laderaumlänge von 4,50 Meter haben, müssen wir mehrere Bodenplatten anpassen. 1.25 Meter Breite der Bodenplatte reichen bei unserer Fahrzeugbreite von 1,78 Meter nicht aus und so müssen wir die lange Seite der Siebdruckplatte von 2,50 Meter in der Breite verwenden und eben 1,25 Meter in der Länge. Insgesamt haben wir also vier Bodenplatten hintereinander gelegt. Da wir von den Siebdruckplatten jeweils eine große Fläche absägen mussten, hatten wir danach noch richtig viel übrig. Das haben wir für unser gesamtes Bett verwerten können. So hat sich die große Investiton dann doch gelohnt.

Siebdruckplatten anpassen

Nach für nach mussten wir alle vier Bodenplatten an unseren Fahrzeugboden anpassen. Wir haben uns von vorne nach hinten gearbeitet. Besonders schwierig waren die runden Radkästen sowie die Trittstufe an der Schiebetür und die Rundung hinten zur Hecktür. Man kann sich auch mit Pappe eine Schablone erstellen und diese dann auf die Platte übertragen. Generell gilt: lieber zu wenig absägen als zu viel und sich langsam an das richtige Maß rantasten.

PVC Bodenbelag

Auf unsere Siebdruckplatten kommt dann anschließend noch ein schöner PVC Boden in Holz Optik. Davor geht es aber erstmal mit unserer Wandverkleidung weiter.

Hier findest du noch unser YouTube Video:

 

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