Du möchtest einen Ladebooster im Van einbauen und anschließen? Heute zeigen wir dir wie du den richtigen Ladebooster auswählst, diesen selber anschließen kannst und worauf man beim Einbau achten sollte.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Batterie im Van nachzuladen. Man kann sie am Tag über die Solaranlage laden oder am Stellplatz über Landstrom. Während der Fahrt kann die Batterie über die Lichtmaschine geladen werden. Das geschieht mit Hilfe eines Trennrelais oder alternativ einem Ladebooster, welcher auch B2B-Ladegerät genannt wird.

Wir haben während unseres gesamten Ausbaus eine genaue Buchhaltung geführt und alle Campervan Ausbau Kosten in eine Tabelle eingetragen. Angefangen von den Schrauben bis zu der Standheizung oder den Solarmodulen ist alles dabei. Du kannst dir die PDF-Datei mit allen Links zu den verwendeten Produkten hier kostenlos runterladen.

Teileliste hier runterladen

Ladebooster oder Trennrelais für den Van Ausbau?

Der Motor des Fahrzeugs treibt über seine Riemen die Lichtmaschine an, welche somit konstant Strom produziert. Dieser Strom wird benötigt um die Bordelektrik zu betreiben und die Fahrzeugbatterie aufzuladen. Meistens hat die Lichtmaschine genügend Reserven um eine weitere Batterie zu laden, nämlich die Bordbatterie im Camper. Die Bordbatterie kann nun entweder mit Hilfe eines Trennrelais aufgeladen werden oder über einen Ladebooster.

Trennrelais

Ein Trennrelais* wird verwendet um die Fahrzeugbatterie ganz simpel mit der Bordbatterie im Wohnraum zu verbinden. Die Bordbatterie wird dadurch während der Fahrt genauso aufgeladen wie die Fahrzeugbatterie auch. Wird der Motor ausgeschaltet, fällt das Relais ab und die Batterien werden wieder voneinander getrennt. Ansonsten würde die Starterbatterie kontinuierlich durch die Bordbatterie entladen werden und man kann das Fahrzeug am nächsten Morgen nicht mehr starten.

Vorteile von einem Trennrelais

Die Vorteile des Trennrelais sind die einfache Installation und außerdem die kostengünstigen Bauteile, welche man dazu benötigt. Den einfachsten Einbau ermöglicht ein intelligentes Trennrelais* welches ohne ein D+ Signal auskommt. Es erkennt den Spannungsanstieg an der Bordbatterie zum Beispiel von der Lichtmaschine beim Starten des Motors und schaltet die Spannung dann weiter zur Bordbatterie durch.

Nachteile von einem Trennrelais

Gegen ein Trennrelais spricht meistens nur etwas wenn die beiden Batterien nicht miteinander kompatibel sind und wenn die Lichtmaschine nicht geeignet ist die Bordbatterie zu laden. Mit einem Trennrelais sollten die Batterien nur verbunden werden wenn sie ungefähr die gleiche Kapazität haben und vom gleichen Typ sind, also zum Beispiel Gel oder AGM Batterien sind. Vor allem Lithium Batterien (LiFePo4) sollten dauerhaft nicht einfach so an die Lichtmaschine geklemmt werden!

Die Lichtmaschine könnte die Lithium Batterie falsch laden, so dass sie entweder nicht ganz voll wird oder im schlechtesten Falle durch eine zu hohe Ladespannung Schaden nimmt. Außerdem erschweren geregelte Lichtmaschinen in Fahrzeugen ab EURO 5 die Verwendung eines Trennrelais. Hier sinkt die Ladespannung der Lichtmaschine nach einer Weile ab oder schaltet sich nur sporadisch ein. Das führt dann dazu, dass die Bordbatterie kaum oder gar nicht mehr geladen wird.

 

Ladebooster

Hier kommt der Ladebooster*, oft auch Ladewandler genannt, ins Spiel. Ein Ladebooster funktioniert im Grunde ähnlich wie ein Trennrelais, nur lädt er die Bordbatterie mit einer eigenen für sie angepassten Kennlinie. Man kann sich einen Ladebooster wie ein Batterieladegerät vorstellen, welches mit 12V Gleichspannung der Starterbatterie, anstatt einer externen 230V Wechselspannung betrieben wird.

Vorteile von einem Ladebooster

Die Fahrzeugbatterie wird ganz normal über die Lichtmaschine geladen und der Ladebooster schaltet in der Regel erst dann durch wenn die Starterbatterie voll ist. Diese Energie wird dann entsprechend aufbereitet und weiter zur Bordbatterie geleitet. Das ermöglicht effizienteres und schnelleres Laden.

Jede Batterie muss mit einer bestimmten Spannung geladen werden um einen Ladezustand von 100% zu erreichen. Außerdem sollte der Ladestrom an die Kapazität der Batterie angepasst sein. Bei AGM Batterien sollte man sich an 0,3C, also 30% der Kapazität als Ladestrom halten um diese schonend zu laden. Eine Lithium Batterie sollte mit maximal 0,5C, also 50% ihrer Kapazität geladen werden. Was bei einer 100Ah Batterie schonmal 50A Ladestrom ergeben. Da Lithium Batterien einen sehr geringen Innenwiderstand haben, saugen sie die Ladung regelrecht auf und werden mit einem Ladebooster schnell aufgeladen. Erkennt der Ladebooster das die Bordbatterie vollständig aufgeladen ist, beendet er den Ladevorgang automatisch um ein Überladen der Batterie zu vermeiden.

Nachteile von einem Ladebooster

Preislich kostet ein Ladebooster* natürlich mehr als ein einfaches Trennrelais, was wahrscheinlich der größte „Nachteil“ ist. Auch die Lichtmaschine muss mit der Stromaufnahme des Ladeboosters klar kommen. Bei einem 30A Ladebooster braucht man sich normalerweise keine Sorgen machen, was bei den größeren 50A oder sogar 90A Varianten schon anders aussieht. Daher empfiehlt es sich auf die Daten der jeweiligen Lichtmaschine zu achten oder kurz bei der Werkstatt des Vertrauens nachzufragen.

Bei unserem Fiat Ducato 2.3 ist sogar eine größere Lichtmaschine verbaut worden und wir können ohne Bedenken den Votronic 1212-50* verwenden. Für etwas weniger Leistung, oder falls die Stärke der Lichtmaschine unbekannt ist, empfehlen wir den Victron Orion-Tr Smart * mit einer Ladeleistung von 30A. Alternativ kann der Votronic Ladebooster an der Seite auch auf 30A eingestellt werden.

Einkaufsliste für Ladebooster im Van einbauen

Unsere verbaute Elektrik im Van

Einbau des Ladeboosters in den Camper

Wenn du alle passenden Bauteile und Komponenten besorgt hast, kannst du nun mit dem Einbau des Ladeboosters beginnen. Die von uns verwendeten Bauteile findest du oben in der Einkaufsliste. Wir haben die gesamte Elektrik unter der Sitzbank verbaut.

Der Ladebooster wird in der Regel direkt zwischen Starterbatterie und Bordbatterie installiert. Einen Schaltplan zur Veranschaulichung findest du weiter unten im Beitrag. Bei der Planung und Installation unbedingt auf die passenden Kabelquerschnitte und Sicherungen achten! Die vorgegebenen Werte findet man meistens in der Bedienungsanleitung des Ladeboosters. Ansonsten kannst du auch unseren Kabelquerschnittrechner verwenden um die passenden Leitungen und Sicherungen zu ermitteln.

D+ Signal

Das D+ Signal haben wir beim Fiat Ducato direkt an der Lichtmaschine abgezweigt und dann in den Innenraum zum Ladebooster geführt. Bei manchen Fahrzeugen findet man es auch an bestimmten Stellen im Innenraum, wobei es sich immer lohnt mit einem Multimeter nachzumessen. Alternativ kann bei vielen Ladeboostern auch die automatische Erkennung des Spannungsanstiegs genutzt werden. Allerdings kann diese nicht unterscheiden, ob gerade die Zündung angeschaltet oder ob ein Batterieladegerät an die Starterbatterie geklemmt wurde. Manche Solarregler oder Kombigeräte laden durch einen Rückladezweig die Starterbatterie mit. Daher empfiehlt es sich immer wenn möglich das D+ Signal zu verwenden.

Wenn bei Wohnmobilen und Wohnwagen bereits ein Elektroblock verbaut ist, wird der Ladebooster direkt zwischen Starterbatterie und Elektroblock geschaltet. Dann reicht es meistens aus wenn man die ausgehende Leitung von der Starterbatterie kommend abzweigt. Dabei sollte der Leiterquerschnitt beachtet werden, welcher bei 30A aber kein Problem darstellen sollte. Wird ein leistungsstärkerer Ladebooster verbaut lohnt es sich im Zweifelsfall alle Leitungen neu zu verlegen um auf Nummer sicher zu gehen.

Viele Ladebooster werden in einer isolierten Version und einer nicht-isolierten Version angeboten. Die nicht-isolierte Version besitzt einen gemeinsamen Masseanschluss für beide Batterien. Die isolierte Version hat zwei Masseanschlüsse, einmal für die Starterbatterie und einmal für die Bordbatterie. Bei Kastenwagen ohne Kabine kann die nicht-isolierte Version problemlos verwendet werden, wenn beide Batterien über die Karosserie geerdet sind. Das spart unter anderem etwas Arbeit und auch Kosten, den Kupferleitungen sind teuer. Bei isolierten Wohnkabinen muss zwingend die isolierte Version verwendet werden und die Masseleitung komplett durch verlegt werden. Den Votronic 1212-50 gibt es sowieso nur in der isolierten Version und wir haben jeweils 16mm² Leitungen von beiden Batterien zum Ladebooster gelegt.

Sicherungen

Außerdem ist es wichtig die passenden Sicherungen zu verbauen. Geeignete Größen werden meistens direkt in der Anleitung des jeweiligen Geräts angegeben. Ansonsten sollte die maximale Belastung der jeweiligen Leitung und des Ladeboosters genommen werden. Der Votronic 1212-50 zieht auf der Eingangsseite beispielsweise bis zu 80A.

Kabelquerschnitt

Achte beim Einbau unbedingt auch auf den richtigen Kabelquerschnitt. Wir haben uns an die angegebenen Querschnitte in der Anleitung des Votronic 1212-50* gehalten und ein 16 mm² Kabel von der Starterbatterie zum Ladebooster und weiter zur Aufbaubatterie verwendet. Idealerweise würde man eine dickere Leitung verwenden, um den bestmöglichsten Wirkungsgrad zu erreichen. Das schlägt sich dann aber wiederum in den Kosten wieder. Für uns persönlich reicht eine 16 mm² Leitung, da wir zu dem Ladebooster noch eine leistungsstarke Solaranlage auf dem Dach des Vans verbaut haben. Mit Hilfe unseres Kabelquerschnittsrechners kannst du die idealen Kabelquerschnitte für deinen Van Ausbau errechnen.

 

Schaltplan Ladebooster

Fazit zum Ladebooster im Van einbauen

Ein Ladebooster ist für einen autarken Van Ausbau unserer Meinung nach unverzichtbar. Beim Fahren wird die Batterie problemlos über die Lichtmaschine aufgeladen und man ist nicht nur von den Solarzellen abhängig. Wir bleiben normalerweise nicht länger als ein paar Tage an einem Stellplatz und fahren dann weiter. Scheint die Sonne wird die Batterie über die Solarzellen aufgeladen und beim Fahren über den Ladebooster. Für uns ist das eine perfekte Kombination, die uns beim Reisen viel Freiheit ermöglicht.

Bei einfachen Blei-Säure Batterien reicht oftmals schon der Einbau eines Trennrelais aus, aber so bald ein neueres Fahrzeug ab EURO-5 oder eine Lithium Batterie ins Spiel kommen, lohnt sich die Anschaffung eines Ladeboosters allemal.. Um das autarke  System abzurunden und um die Bordbatterie auch im Stand laden zu können setzen wir auf eine leistungsstarke Solaranlage.

Haftungsausschluss

Wir haben diesen Beitrag mit bestem Wissen und Gewissen erstellt. Allerdings übernehmen wir keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der enthaltenen Informationen. Wenn du die Elektrik im Camper selbst installiert hast, ist es wichtig, dass du deine Anlage anschließend von einer Fachperson überprüfen lässt.

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