Wir isolieren unser zukünftiges Wohnmobil! Der Rost ist entfernt, die Ausstellfenster und die Dachluke sind eingebaut. Nun kann es endlich an die Wohnmobil Isolierung gehen! Was wir zum dämmen (oder auch isolieren genannt) verwendet haben, wie viel wir davon gebraucht haben und wie viel Geld wir dafür ausgegeben haben, erfährst du in diesem Beitrag.

Wohnmobil Isolierung ist wichtig

Nach einer ausführlichen Recherche haben wir schnell heraus gefunden, dass eine gute Isolierung im Wohnmobil sehr wichtig ist. Man atmet im Van, kocht und wir wollen sogar eine Dusche einbauen,- dabei entsteht eine Menge Luftfeuchtigkeit. Vor allem an Regentagen. Außerdem ist eine Wohnmobil Isolierung nicht nur wichtig, damit die Wärme im Winter drin bleibt, sondern auch, damit sich im Sommer das Auto nicht so aufheizt. Eine Wohnmobil Isolierung beinhaltet auch eine Art Geräuschdämmung. Nachdem wir unsere Trennwand sowie die Seitenverkleidung rausgenommen haben, haben wir beim Fahren direkt ein lautes “pfeifen” bemerkt. Nachdem wir nun mit Armaflex gedämmt haben, ist das pfeifen und jegliche andere laute Geräusche beim Fahren komplett verschwunden! Auch, wenn man gegen die Wand klopft, schallt es nicht mehr so laut!

Gute Gründe, warum man seinen Camper isolieren sollte

  • Damit die Wärme bei kalten Temperaturen länger im Wohnmobil bleibt (wenn die Heizung läuft)
  • Damit sich der Camper im Sommer nicht so schnell aufheitzt
  • Weniger Fahrgeräusche: eine Schalldämmung gegen Fahrgeräusche und Außengeräusche sind ein toller Nebeneffekt
  • Um den Taupunkt bei kalten Temperaturen aus dem Van zu verdammen und somit Kondenswasser zu vermeiden. Genauso würde sonst neuer Rost entstehen. Und wir haben unseren Rost doch gerade erst entfernt!

Wohnmobil Isolierung mit Armaflex

Bei unserer Recherche haben wir schon nach fünf Minuten festgestellt: fast jeder, der einen Kastenwagen zum Campervan umbaut, dämmt mit Armaflex. Der Hersteller wirbt mit der Eigenschaft der Tauwasserverhinderung und der leichten Verarbeitung. Armaflex hat eine niedrige Wärmeleitfähigkeit, nimmt keine Feuchtigkeit auf und ist schwer entflammbar. Außerdem soll die Verarbeitung auch leicht sein. Es ist nämlich selbstklebend und lässt sich durch die hohe Flexibilität auch gut an einer runden Karosserie anbringen. Die Aspekte haben uns ziemlich schnell überzeugt. Man muss nur die Folie abziehen und auf der Wand anbringen.

Wir isolieren unseren Van mit Armaflex

Einkaufsliste Wohnmobil Isolierung

Wir waren uns bezüglich der Menge von Armaflex, die wir zum Isolieren brauchen, sehr unsicher. Erstmal haben wir uns mit einer simplen Rechnung ausgerechnet, wie viel qm wir brauchen. Wir haben dafür die Länge mit der Breite multipliziert und dann geguckt, wie viel qm wir benötigen.

Ausrechnen, wie viel Armaflex man benötigt

Beispiel: Länge 4,30 Meter * 1.80 Meter Breite = 7,74 qm je Wand. Wir haben aber zwei Seitenwände, eine Decke und einen Boden. Multiplizieren wir also 7,74 * 4 haben wir den Wert 30.96. Wir benötigen also ungefähr 30 qm Armaflex. Dazu müsste man natürlich einen Teil abziehen, zb für die Schiebetür. Wir gehen aber lieber auf Nummer sicher. Deswegen entscheiden wir uns, von dem 19 mm Armaflex 30 qm zu bestellen und außerdem noch für die Holme zusätzlich 10qm und für die Übergänge 60 Meter von dem 3 mm Klebeband.

Wichtig zu wissen ist, dass es verschiedene Arten von Armaflex gibt. Wir haben uns für Armaflex XG entschieden, da dies für den Fahrzeugbau und für Boote konzipiert ist. Danach haben wir Preise verglichen. Bei Isolierprofi waren die Preise trotz der Versandkosten am günstigsten und die schnelle Lieferzeit war auch top! Wir haben 19 mm sowie 9 mm selbstklebendes Armaflex bestellt sowie Armaflexband mit einer Dicke von 3mm.

Insgesamt haben wir folgende Mengen verbraucht:

19 mm Armaflex           = 30 qm   (268 €)
  9 mm Armaflex           = 10 qm   (83 €)
  3 mm Armaflexband   =  60 m     (30 €)

Da kommt schon schnell ein sehr hoher Betrag zusammen. Dazu noch 77 € Mehrwertsteuer und 34 € Versand. Insgesamt haben wir stolze 486,77€ für die Wohnmobil Isolierung bezahlt, schon verrückt! Am Anfang dachten wir schon, dass wir uns vermessen haben und viel zu viel bestellt haben. Tatsächlich haben wir uns nicht vermessen und auch nicht zu viel bestellt. Von dem 19mm Armaflex haben wir nun auch nach unserem Boden noch eine 3/4 Rolle übrig.

Was wir außerdem gebraucht haben:

  • Silikonentferner, Lappen
  • Handschuhe zum Schutz gegen die teils scharfen Metallkanten
  • Schere
  • Cutter Messer

Während unseres Van Ausbaus haben wir alle Kosten in einer großen Teileliste festgehalten. Dort haben wir wirklich ALLES eingetragen, von der Tankhalterung bis hin zu unserer Dieselstandheizung ist alles dabei. Du kannst sie dir hier kostenlos runterladen.

Teileliste hier runterladen 

So haben wir unseren Kastenwagen isoliert

Sauber machen

Zuerst einmal haben wir die Wände mit einem Eimer Wasser und einem Lappen sauber gemacht und von Staub befreit. Danach haben wir mit Silikonentferner die Wände entfettet. Das ist wichtig, damit das Armaflex auf den Wänden auch gut haftet/klebt.

Zuschnitt von Armaflex

Und nun fängt der eigentliche Spaß an. Am Anfang haben wir uns damit ziemlich schwer getan. Wir haben mit dem 19 mm Armaflex angefangen. Mit einem Maßband haben wir die Flächen ausgemessen und das Armaflex dann mit einer Schere oder einem Cutter Messer zurecht geschnitten.

Anbringen von Armaflex an Wände und Decke

Anschließend haben wir das Stück Armaflex an die Fläche angehalten und an einer Ecke (einer der beiden oberen) die Folie abgezogen und dort gegen die Metallwand gedrückt. Dann langsam und vorsichtig die Folie weiter abziehen und dabei das Armaflex gegen die Karosserie drücken. Nachdem man das einige Zeit lang gemacht hat, kriegt man den Dreh raus. Am schwierigsten war das isolieren der zahlreichen Hohlräume. Unser Sprinter hat davon unglaublich viele und an diese kommt man richtig schwer ran. Wir haben unsere Hände und Finger in die Hohlräume gequetscht (Handschuhe tragen!) und so gut es ging dort das Armaflex hingeklebt. Wir haben es bestimmt nicht auf jede kleine Stelle anbringen können, das ist wohk einfach unmöglich. Die Hohlräume reichen bei uns weit in die Karosserie rauf oder runter.

An den Holmen haben wir 9 mm Armaflex verwendet. Das passt sich gut den Rundungen an und außerdem wollen wir später auf den Holmen unser Grundgerüst für die Wandverkleidung befestigen. Und das geht auf 9 mm Armaflex bestimmt besser als bei den dicken 19 mm.

Die Übergänge haben wir mit dem 3 mm Klebenband überklebt. Da es sehr viele Übergänge gibt, haben wir das insgesamt 60 Meter lange 3 mm Klebeband erstaublich schnell aufgebraucht! Auch von dem 9 mm Armaflex hatten wir fast nichts mehr übrig. Von dem 19 mm hätte man etwas weniger bestellen könnne. Wir haben noch etwa eine 3/4 Rolle übrig.

Wo wir noch überall isoliert haben

Außerdem haben wir den Dachhimmel über der Fahrerkabine gedämmt. Dazu mussten wir diesen natürlich erstmal abmontieren. Das war gar nicht so schwierig wie gedacht. Auf YouTube gibt es einige Anleitungen, wie man die Verkleidung darüber richtig abnimmt. Dahinter verbirgt sich eine große Metallwand. Hier zu isolieren wird sich sicher lohnen! Die Verkleidung der Schiebetür sowie der Hecktüren haben wir ebenfalls abmontiert und dahinter isoliert. Mit etwas Geschick konnten wir das 19 mm dahinter quetschen. Mit 9 mm wäre es aber genauso gut gegangen. 

Fazit zur Wohnmobil Isolierung

Wir haben erstaunlich lange gebraucht, um unseren Van komplett zu isolieren. Gerade bei den vielen Hohlräumen kamen wir nur lagsam voran und so haben wir insgesamt zu zweit knapp drei Tage gebraucht. Wir haben allerdings auch einige kleine Pausen am Tag gemacht und nicht acht Stunden täglich gearbeitet. In unserem nächsten Blogbeitrag geht es dann um das Verlegen der Bodenplatte!

Für noch mehr Details und Praxisbeispiele findest du hier noch unser Video darüber, wie wir unseren Van isoliert haben!

 

2 Comments

  1. Hallo Ihr zwei. Waren auch 2018 und 2019 unterwegs. Rußland und Mongolei. Ein Tip. Für Camper gibt es kaum ein schöneres Land als Rußland zum Bereisen. Ehrliche Leute, sehr gute Obrigkeit, Naturschutz, keine Gefahr uns sehr hilfsbereite Menschen.
    Mongolei ist auch extrem schön gewesen. Ist aber für Euer Fahrzeug schwer zu bereisen. Wir haben einen Unimog. Dieses Jahr mußten wir leider nach Skandinavien ausweichen, da die Mongolei uns nicht hat einreisen lassen und wir nicht an unser Fahrzeug rankommen, welches wir über Winter in einer Garage geparkt in Ulan Bator liesen.

    Noch viel Spaß und Danke für den Isolationstip. Wir bauen jetzt einen Sprinter als Ersatzfahrzeug aus, falls wir nächsten Sommer auch nicht an unseren Unimog rankommen sollten. Der Iveco Leihwagen von Etruvsco war eine Katastrophe. Schlechteste Qualität. Braucht man nicht, wenn man Monate unterwegs ist.
    Lieber Grüße und viel Spaß. Peter

    • imke.liebau Reply

      Hallo Peter,
      danke für deinen Kommentar. Russland und die Mondolei klingen wirklich toll zum Reisen. Aber ja, mit unserem Auto kommen wir da natürlich nicht überall hin. In Australien hatten wir auch einen Allrad, einen Landrover Discovery. Damit sind wir sogar bis nach Cape York gefahren, den nördlichsten Punkt Australiens. Das war ein Abenteuer 🙂
      Nach Skandinavien möchten wir nächstes Jahr reisen, da freuen wir uns schon sehr drauf. Hoffentlich könnt ihr nächstes Jahr in die Mondolei einreisen und euer Fahrzeug holen. Freunde von uns haben ihr Expeditionsfahrzeug in Mexiko und kommen nicht weiter, ärgerlich!
      Wir wünschen euch trotzdem viel Spaß und Erfolg mit eurem neuen Ausbau und euren Reisen.
      Liebe Grüße aus der Schweiz, Tobi & Imke

Write A Comment