Bei unserem Kastenwagen Ausbau ist das entfernen von Rost unser erster Arbeitsschritt. Unser Mercedes Sprinter ist 10 Jahre alt und in den Jahren hat sich hier und da so mancher Rost festgesetzt. Wir haben viel Zeit mit Recherche verbracht, wie wir den Rost bestmöglich entfernen, welche Produkte wir dafür brauchen und vor allem in welcher Reihenfolge und zu welchem Zweck wir die Produkte gegen den Rost auftragen müssen. Aber hinterher ist man immer schlauer und daraus ist nun dieser Blogbeitrag entstanden. Auf der Seite vom Korrosionsschutz-depot haben wir viele hilfreiche Informationen bekommen. Hier befindet sich eine Anleitung mit den Unterschieden zwischen Rostumwandler, Roststopper usw.

Bevor wir mit der Rostentfernung anfangen, müssen wir erst die Seitenverkleidung sowie die Bodenplatte “rausreißen”. Hier versteckt sich der Rost nämlich drunter. Leichter gesagt, als getan.

Seitenverkleidung & Bodenplatte muss raus

Zuerst haben wir uns um die Bodenplatte gekümmert. Diese war mit Schrauben im darunter liegenden Metall befestigt. Einige Schrauben waren schon durchgerostet und wir haben sie nicht ohne weiteres abbekommen. Wir haben das letzte Stück der Bodenplatte deshalb durchbrechen müssen und die Schrauben danach mit dem Winkelschleifer abtgetrennt.

Die hölzerne Seitenverkleidung war mit Nieten im Metall befestigt. Diese haben wir aufgebohrt und so Stück für Stück das Holz entnehmen können. An den Wänden befinden sich sogenante “Airline Schienen”. Die waren sowohl mit Nieten, als auch mit sehr starkem Karosseriekleber  befestigt. Die Nieten haben wir wieder aufgebohrt und den Kleber mit einem Cuttermesser zerschnitten. Dies hat sich als ziemlich schwierig erwiesen und hat und deswegen mehr Zeit gekostet.

Rostentfernung beim Mercedes Sprinter

Was wir für die Rostentfernung brauchen:

Kastenwagen Ausbau – Rost entfernen

Wie man sehen viel, benötigt man für die Rostentfernung ziemlich viele Materialien. Und Zeit. In dieser Reihenfolge haben wir den Rost in unserem Van bekämpft!

Der Feind eines jeden Autos: Rost

1. Putzen

Zuerst haben wir mit einem Eimer Wasser und einem Schwamm alle Wände sowie den Boden von Schmutz und Staub befreit. Da hat sich in den letzten 10 Jahren so einiges angesammelt. Dann noch einige Male gefegt und man kann schon viel besser deuten, was Dreck und was Rost ist. Die Löcher auf dem Bild unten sind übrigens von den Schrauben der Bodenplatte.

Was wir hierfür gebraucht haben: Eimer Wasser, Handschuhe, Lappen, Schwamm, Besen.

Mit Winkelschleifer und Handbohrmaschine den Rost entfernen

2. Schleifen

Mit dem Winkelschleifer und dem passenden Aufsatz (SVS Scheibe) geht es nun an die Rostentfernung! Schicht um Schicht schleifen wir mühelos den Rost ab und zurück bleibt blankes Metall. Außerdem haben wir auch die Bohrmaschine mit einem Drahtbürstenaufsatz verwendet. Nachteil davon ist aber, dass bei zu schnellem Schleifen der Rost verglasen kann und dann nicht vollständig entfernt wird. Deswegen haben wir die meiste Zeit den Winkelschleifer benutzt. An schwer zugängliche Stellen nutzen wir das Schleifpapier oder die Drahtbürste. Das ist allerdings um einiges zeitintensiver und anstrengender als mit dem Winkelschleifer. Ganz wichtig ist es hierbei eine Schutzbrille zu tragen, denn hier fliegen viele Metallsplitter durch die Luft.

Was wir hierfür gebraucht haben: Winkelschleifer mit SVS-Scheibe, Handbohrmaschine mit Drahtbürstenaufsatz, Schleifpapier, Drahtbürste, Schutzbrille, Handschuhe.

3. Entfetten mit Silkonentferner

Nachdem wir alle vom Rost befallen Stellen abgeschliffen haben, haben wir sie mit Silikonentferner sauber gemacht und entfettet. Sind Fettrückstände auf dem Metall vorhanden, kann die Schutzschicht, die durch den Rostumwandler gebildet wird, nicht auf der Oberfläche des Metalls anhaften. Folglich entsteht darunter sehr schnell wieder neuer Rost!

Was wir hierfür gebraucht haben: Silikonentferner, Lappen, Handschuhe, Mundschutz.

4. Rostumwandler / Rostgrundierung auftragen

Nun hatten wir zwei Arten von zu behandelnden Stellen. Zum einen gab es die bearbeiteten Stellen, wo noch Porenrost übrig war. Auf diese haben wir Rostumwandler aufgetragen. Den Rostumwandler muss man 6-8 Stunden arbeiten lassen. Wir haben den Rostumwandler abends aufgetragen und bis zum nächsten Vormittag wirken lassen. Die besagten Roststellen färben sich schwarz: der Rostumwandler hat den Rost erfolgreich neutralisiert. Diese flüssigen Stoffgemische wandeln den Rost in stabile Eisenverbindungen um. Hierdurch entsteht eine geschlossene Oberfläche, an der kein neuer Sauerstoff mit dem darunter liegenden, noch nicht gerosteten Eisen oxidieren kann.

Auf blankem Blech haben wir hingegen direkt die Rostschutzgrundierung aufgetragen. Auf die mit Rostumwandler behandelten Stellen, haben wir nach der Wartezeit auch noch die Rostschutzgrundierung aufgetragen. Insgesamt haben wir zwei bis drei Schichten von der Rostschutzgrundierung aufgetragen.

An unzugänglichen Stellen haben wir Owatrol Öl verwendet

Bei unzugänglichen Stellen haben wir das Owatrol Öl aufgetragen. Owatrol Öl ist ein lufttrocknendes Naturöl mit hohem Festkörperanteil. Mit dem Öl erzielt man eine sehr starke Kriechwirkung und ein gutes Eindringen in Rost. Wir haben das Owatrol Öl zum Beispiel an der Spalte am Radkasten verwendet.

Was wir hierfür gebraucht haben: Rostumwandler, Rostgrundierung, Owatrol Öl, Pinsel, Handschuhe.

5. Lack auftragen

Man kann auch noch einen Lack auftragen. Da die Stellen im Innenraum aber sowieso niemand zu sehen bekommt und wir ja als nächstes mit Armaflex dämmen, haben wir es bei den Schichten von der Rostschutzgrundierung belassen.

Allerdings hatten wir auch außen am Sprinter einige kleinere und größere Roststellen. Hier sind wir genauso vorgegangen, wie bei dem Rost im Innenraum. Wir haben den Rost abgeschliffen, die Stellen mit Silikonentferner gesäubert und anschließend Rostumwandler und/oder Rostschutzgrundierung aufgetragen. Da unsere Rostschutzgrundierung aber grau ist, haben wir uns bei Bauhaus noch einen weißen Mercedes Lack gekauft. Nach den Grundierung haben wir die Stellen mit dem weißen Lack übersprüht und hatten somit wieder eine schöne weiße Fläche.

Unterbodenschutz

Damit auch unter unserem Van kein Rost entstehen kann, haben wir außerdem noch das Mike Sanders Korrosionsschutzfett bestellt, welches wir als Unterbodenschutz verwendeten.Dieses kann leichten Rost gut versiegeln undn konservieren. Bei stärkerem Rost sollte man das Fett nicht ohne weitere zusätzliche Entrostung einsetzen. Wir haben das Mike Sanders Fett als Rost Präventation am Unterboden verwendet. Natürlich kann man damit den kompletten Unterboden “zukleistern”, wir haben aufgrund der aufwendigen Bearbeitung nur einen Teil des Unterbodens damit behandelt.

 

Korrosionsschutz für Hohlräume

Ein Kastenwagen hat viele Hohlräume und um diese zu versiegelen, haben wir Fluid Film verwendet. Fluid Film beugt Rost vor, ehe er entsteht. Die Beschichtung trocknet nicht aus, sodass eine permanente Kriechwirkung, also das Eindringen in den Rost bzw. Falze, über die ganze Lebenszeit der Beschichtung gewährleistet ist. Außerdem kann auch vorhandener Rost gestoppt und konserviert werden.

Rostentfernung beim Camper Ausbau

Das Rost entfernen bei unserem Kastenwagen hat uns knapp eine Woche Zeit gekostet. Wir hatten schon einiges an Rost, aber es kann auf jeden Fall noch viel schlimmer sein. Wir haben in Ruhe und mit Sorgfalt den Rost entfernt und zusammen mit der Wartezeit vom Trocknen der Grundierung, ist knapp eine Woche vergangen. Nach dem Auftrag und Trocknen der letzten Schicht war die Rostbehandlung abgeschlossen. Hoffentlich war dem Rost das eine Lehre und er kommt nie wieder! 😉

Wir sind keine Profis in dem Bereich und haben hier nur beschrieben, wie wir vorgegangen sind. Wir freuen uns trotzdem, wenn wir dir bei der Recherche weiterhelfen konnten! Hier ist noch unser Video zu der Rostentfernung bei unserem Campervan Ausbau:

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