Eine Dusche im Wohnmobil einbauen klingt vielleicht erst einmal verrückt. Da wir aber in unserem Van monatelang unterwegs sein möchten und auch bei kaltem Wetter duschen wollen, kommen wir um eine Dusche nicht herum. In den letzten fünf Jahren auf unserer Weltreise hatten wir nur in einem Van eine Dusche, die restlichen Jahre haben wir am Strand geduscht, mit unserer Solardusche oder mal im Schwimmbad. Das geht natürlich auch irgendwie, aber es war schon oft aufwändig eine Dusche zu finden und wenn es mal keine gab und es draußen kalt war, musste der Waschlappen herhalten.

Für uns stand von Anfang an fest, dass wir in unseren Van eine kleine Dusche und eine Toilette (also eine sogenannte Nasszelle) einbauen wollen. Den Platz dafür haben wir in unserem 7 Meter langen Mercedes Sprinter. Die Nasszelle soll direkt hinter dem Fahrersitz eingebaut werden.

So wird unsere selbst gebaute Dusche aussehen

Einkaufsliste für Dusche im Wohnmobil einbauen

  • Duschwanne*
  • Duschabfluss
  • Dekaseal*
  • Sikaflex*
  • Unterkonstruktionslatten
  • Pappelsperrholz in 6mm oder stärker
  • PVC Bodenbelag
  • Montagekleber um das PVC an die Wände kleben
  • Akkubohrer mit Kronenaufsatz
  • Maßband und Edding, Handschuhe, Sicherheitsbrille
  • Wasserschläuche für die Wasserinstallation
  • Duscharmatur incl Brause, evlt Verbinder, Wandscheibe und Schlauchtüllen

Während unseres Van Ausbaus haben wir alle Kosten in einer großen Teileliste festgehalten. Dort haben wir wirklich ALLES eingetragen, von der Tankhalterung bis hin zu unserer Dieselstandheizung ist alles dabei. Du kannst sie dir hier kostenlos runterladen.

Teileliste hier runterladen 

Hier soll unsere Dusche hin

Dusche im Wohnmobil einbauen: unsere Anleitung

Als wir die Dusche in unseren Kastenwagen eingebaut haben, hat es uns an vielen Infos gefehlt. Es gibt nur wenige Youtube Videos und kaum hilfreiche Blogbeiträge zu dem Thema, wie man in sein Wohnmobil eine Dusche/Nasszelle einbaut. Deswegen versuchen wir hier möglichst detailliert zu beschreiben, wie wir in unser Wohnmobil eine Dusche eingebaut haben. Bitte beachte, dass wir keine Profis sind und hier nur unsere Erfahrung weitergeben! Weil wir neben unserer Dusche noch eine Trockentrenntoilette planen, haben wir noch zusätzlichen Platz gelassen.

Duschwanne platzieren und Gerüst aufbauen

Zuerst platzieren wir unsere 60*60cm große Duschwanne auf den Boden und richten sie aus. Da die Dusche auch einen Abfluss braucht, müssen wir gucken, wo dieser sitzen kann. Dazu krabbeln wir unter den Fahrzeugboden und vergewissern uns mehrfach, dass sich an dieser Stelle kein Träger befindet. Als die Dusche an Ort und Stelle sitzt, markieren wir die Umrisse der Duschwanne mit dem Edding. Das Loch möchten wir erst später bohren. Nach und nach bauen wir mit den Unterkonstruktionslatten unser Grundgerüst auf. Bei den schiefen Seitenwänden ist es gar nicht so einfach.

Loch für Duschabfluss bohren

Unser Grundgerüst für die Dusche steht, nun muss der Abfluss gebohrt werden. Wir haben uns nochmal mehrfach versichert, dass kein Fahrzeugträger im Weg ist.

Zuerst bohren wir ein kleines Loch und gucken unter dem Fahrzeugboden, wo der Bohrer heraus kommt. Als das bei keinem Träger ist, bohren wir ein größeres Loch. Anschließend haben wir einen Kronenbohrer genutzt. Dieser muss sich erst durch die Bodenplatte, das Armaflex und schließlich durch den Fahrzeugboden arbeiten. Später werden wir noch einen Abwassertank anbringen.

Duschwanne stabilisieren

Die Duschwanne besteht aus Kunststoff und wenn sie auf der Bodenaplatte aufsitzt, ziemlich wackelig. Damit die ganze Konstruktion stabiler wird und man nicht Angst hat, dass die Duschwanne unter einem einreißt, möchten wir die Duschwanne noch zusätzlich stützen. Wir haben ein Stück Sperrholzplatte zurecht gesägt und mit Sikaflex unter die Duschwanne geklebt. Weil die Duschwanne danach immer noch nicht stabil gemug war, haben wir zwischen den Rand Holzlatten geklebt, ebenfalls wieder mit Sikaflex.

Nun haben wir den Abfluss in die Dusche gesetzt, mit Sikaflex befestigt und mit Dekaseal abgedichtet.

Duschwanne einsetzen und befestigen

Der Abfluss ist gebohrt, die Dusche stabilisiert und der Abfluss in der Duschwanne sitzt. Als nächsten Schritt haben wir die Duschwanne wieder auf den Boden gelegt und drumherum ein Holzgerüst gebaut. So haben wir die Duschwanne von den Seiten stabilisiert und sie kann nicht verrutschen. Den Holzrahmen um der Dusche haben wir in den Boden geschraubt.

Verkleidung mit Pappelsperrholz

Die Wände verkleiden wir mit 6mm Pappelsperrholz. Man hätte auch stärkeres Holz nehmen können, aber da unser Grundgerüst schon so stabil ist, entscheiden wir uns aus Gewichts,- und Kostengründen für das 6mm. Die Pappelsperrholzplatten sind 1,20*0,60 Meter groß. Somit passen sie perfekt in unsere 60*60cm Duschkabine. Nur den oberen Teil müssen wir zuschneiden. 

Auch hier müssen wir die Pappelsperrholzplatten wieder an unsere schiefen Wände angleichen.

Wasser verlegen

Diesen Schritt hätte man bestenfalls vor der Verkleidung gemacht, aber unsere Bestellung kam verspätet an und so haben wir die Wasserleitungen erst verlegt, als das Grundgerüst unserer Dusche schon fertig war. Wir haben zwei Wasserschläuche, einen für Kaltwasser, einen für Warmwasser, hinter der Duschwand verlegt, die zu unserer Duscharmatur führen werden.

Duscharmatur anbringen

Wir haben uns für eine handelsübliche Duscharmatur aus dem Baumarkt entschieden. Diese ist zwar günstiger, aber leider passen die Wasseranschlüsse aus unserem Camper nicht daran. Somit müssen wir spezielle Verbinder bestellen, die von unserem 10mm dünnen Wasserschlauch auf die Duschanschlüsse passen. Mit einer Wandscheibe haben wir die Duscharmatur an der Wand befestigt. Die Wandscheibe geht in ein kleines Stück Plastikrohr und dieses wiederum an einen Adapter auf eine 10mm Schlauchtülle für unseren Wasserschlauch. Ziemloch kompliziert, oder? Und teuer sind die ganzen Anschlüsse auch.

Beim nächsten Mal würden wir uns einfach für eine Duscharmatur aus dem Campingbereich entscheiden. An der Stelle, wo später die Duscharmatur sitzen soll, bohren wir durch die Pappelsperrholzverkleidung zwei Löcher. Bei uns kommt die Duscharmatur hinter den Fahrersitz. Das praktische dabei ist, dass man eventuelle Undichtigkeiten immer im Blick hat. Die Wasserschläuche, die hinter der Dusche lang führen, sind nicht geteilt und sollten so auf jeden Fall dicht ein. Wir setzen die Duscharmatur ein und verbinden sie mit den Wasserschläuchen.

So sieht unser Wasseranschluss von hinten aus.

Wasser testen

Bevor wir auf den nächsten Arbeitsschritt übergehen, möchten wir unbedingt wissen, ob die Duschanschlüsse und die Wasserschläuche dicht sind. Deswegen schließen wir unseren Frischwassertank an der Wasserpumpe sowie an dem Warmwasserboiler an und starten einen Test. Unser Ergebnis: fast überall tropft es. Mal mehr, mal weniger. Nach einigen Stunden Suchen und viel Dichtband weniger, haben wir die Schwachstellen gefunden und die Dusche ist wasserfest. Meist waren die Verbinder nicht fest genug zugedreht oder es hat anscheinend Dichtband gefehlt.

Dusche im Wohnmobil einbauen: Welche Wandverkleidung bei der Wohnmobil Dusche?

Mit dem Pappelsperrholz ist unsere Dusche natürlich noch nicht wasserfest. Um die selbstgebaute Dusche im Wohnmobil wasserfest zu bekommen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

  • PVC Bodenbelag
  • PVC Platten
  • Alu Dibond Platten
  • Glasfaserplatten
  • Kunststoffpaneele

PVC Bodenbelag als Wandverkleidung in der Wohnmobil Dusche

Wir brauchen eine kostengünstige und nicht allzu komplizierte Lösung. PVC Platten sowie Alu Dibond Platten sind sehr teuer und das zuschneiden recht schwer. Man kann sich die Platten auch zuschneiden lassen, aber bei unseren schiefen Wänden geht das mal wieder nicht so einfach. Deswegen entscheiden wir uns für PVC Bodenbelag. Dieser ist günstig und leicht zu verarbeiten. Die Maße kann man sich ganz einfach selber mit einer Schere oder einem Cuttermesser zuschneiden.

Mit einem Montagekleber haben wir die zugeschnittenen PVC Stücke an unseren Wänden angebracht. Ursprünglich wollten wir dafür erst Verlegeband nutzen, aber haben uns dann nach einer Recherche doch dagegen entschieden. Auch der Mitarbeiter im Baumarkt bestätigt uns den Verdacht, dass der PVC Boden früher oder später wieder von der Wand runterkommen wird, wenn man das Verlegeband nutzt. Er empfiehlt uns stattdessen einen Montagekleber. Der Vorteil von diesem ist, dass man den PVC auch nochmal verschieben kann, bis man die richtige Position gefunden hat. So haben wir den PVC verarbeitet:

PVC Bodenbelag zuschneiden

Wir haben bei Tedox einen schönen PVC Bodenbelag in Fliesenoptik gefunden. Mit dem Cuttermesser schneiden wir uns das erste Stück zurecht. Danach halten wir es an unserer Duschwand an und schneiden mit dem Cuttermesser noch einige überstehende Ecken ab.

Montagekleber an Duschwand und am PVC anbringen

Den Montagekleber haben wir mit dem beiliegenen Spachtel an der Wand angebracht und anschließend auf der Rückseite vom PVC. Auf der Packung steht ausdrücklich, dass man den Montagekleber auf beiden Unterseiten auftragen muss.

PVC an der Duschwand ausrichten

Wir haben den Kleber flott aufgetragen, dann vorsichtig den PVC in die Dusche reingetragen und ausgerichtet. Dabei konnten wir das PVC noch mehrmals verschieben um es richtig zu positionieren. Der Kleber hat aber trotzdem schon von Anfang an gut geklebt. Diesen Arbeitsschritt haben wir an allen Wänden wiederholt und es hat erstaunlich gut funktioniert. An den Ecken haben wir jeweils einen bis zwei cm überlappen lassen. So stellen wir sicher, dass es keine Undichtigkeiten geben kann. Unten, wo das PVC an die Duschwanne stoßt, haben wir es ebenfalls einen cm überlappen lassen, so dass es nahtlos in die Duschwanne übergeht. An der Stelle, wo unsere Duscharmatur sitzt, haben wir einfach zwei Löcher ausgeschnitten.

Von dem Montagekleber verbraucht man erstaunlich viel. Wir haben insgesamt zwei Packungen verbraucht und es hat so gerade gereicht.

Fugen mit Silikon abdichten

Die Fugen haben wir anschließend mit ordentlich viel Silikon abgedichtet. Auch an den Ecken, wo der PVC von einer Seite auf die andere überlappt, haben wir eine breite Spur Silikon drüber gezogen sowie auch unten, wo das PVC in die Duschwanne lappt und an allen weiteren Übergängen und Kannten.

Ecken und Kanten verschönern

Damit kein blankes Holz in der Dusche übrig bleibt, habe wir noch kleine Stücke von dem PVC zugeschnitten und an der Deckenleiste sowie an der Fußleiste angebracht.

Duscharmatur und Brause befestigen

Als letzten Schritt haben wir die Stange für den Brausekopf befestigt. Die Duscharmatur haben wir ja bereits vor dem Verleges des PVC schon angebracht.

Fazit zu Dusche im Wohnmobil einbauen

Das Einbauen der Dusche in unseren Camper war mit das Schwierigste bei unserem Ausbau. Was wir als besonders schwierig empfanden ist das Grundgerüst. Der Mercedes Sprinter nicht so gerade Wände wie ein Fiat Ducato und so sind beo uns zwei Tagen drauf gegangen, bis unser Gerüst fertig war. Getesten haben wir unsere Dusche noch nicht, aber das kommt sicher bald. Dann werden wir hier auch noch ergänzen, ob die Dusche wasserfest ist und ob wir so zufrieden sind. Als nächstes bauen wir nun eine Trockentrenntoilette, die auf die freie Fläche neben unser Dusche kommen wird.

UPDATE: mittlerweile haben wir schon viele Male in unserer Dusche geduscht und sind sehr zufrieden! Der PVC Bodenbelag an den Wänden macht einen guten und wasserfesten Eindruck. Nur an der Tür war es undicht, das haben wir aber auch erwartet. Dafür haben wir eine Duschlippe gebastelt, so dass das Wasser direkt in die Duschwanne fließt. Wir können die Konstruktion unserer Dusche also mit gutem Gewissen weiter empfehlen!

Bis dahin geht es weiter mit dem Bau von unserem Bett und der Küche.

 

6 Comments

  1. Sehr schöne Dusche!
    Ich wollte noch fragen wie ihr das mit der Belüftung in der Dusche gemacht habt?
    Hab dazu in der Anleitung nichts gefunden…

    Grüße,
    Julia

  2. habt ihr den boiler über die standheizung laufen oder einen gasboiler verbaut? also was genau. mit der dusche habt ihr toll gemacht. was hat sie letzten endes gekostet?

    • imke.liebau Reply

      Hey Steve. Wir haben den Elgena Nautic Compact Wasserboiler verbaut, der läuft über unsere Standheizung von Tigerexped.
      Wir schätzen, dass die Dusche um die 200€ gekostet hat. Teuer war eigentlich nur das Pappelsperrholz für das Holzgerüst, die Duschwanne, der PVC Belag und natürlich Duschkopf, Duscharmatur und alle Anschlüsse. Wir haben hier auch noch ein ausführliches Video über unsere Wasserversorgung, das hilft dir bestimmt weiter.
      Viele Grüße aus der Schweiz, Tobi & Imke
      https://youtu.be/Fk97OErQY68

  3. Hey ihr beiden,

    wir haben vor kurzem auch eine Dusche in unseren Camper eingebaut. Leider haben wir auch ein Problem mit der Dichtung an der Türe. Wie genau hab ihr die Duschlippe eingebaut und welche habt ihr verwendet?

    Viele Grüße
    Tanja & Martin

    • Imke Liebau Reply

      Hallo ihr beiden!
      Wir haben keine normale Duschlippe verwendet, weil diese bei unserer Tür nicht gepasst haben. Deswegen haben wir uns ein L-Profil aus Plastik gekauft und das mit einem Monatagekleber an die Duschtür geklebt. Jetzt ist es nur noch ein ganz bisschen undicht. Wenn wir duschen, legen wir ein Handtuch vor die Tür, welches das bisschen Wasser noch auffängt. Ein Foto haben wir leider nicht, aber wenn wir das nächste Mal beim Van sind können wir noch ein Foto machen.
      Viele Grüße aus der Schweiz,
      Tobi & Imke

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