Die Wasserversorgung beim Campervan Ausbau benötigt eine gute Planung. Schließlich ist es nicht gerade ungefährlich Wasser im Camper zu haben und einen Wasserschaden möchte wirklich niemand. Für unsere Wasserversorgung benötigen wir einen Frischwassertank, Abwassertank und neben einem Spülbecken und der Dusche auch noch viele andere Bauteile wie T-Stücke, Wasserschläuche sowie eine Wasserpumpe.

Einkaufsliste für Wasserversorgung beim Campervan Ausbau

Bitte beachte, dass wir hier nur die wichtigsten Bauteile der Wasserversorgung auflisten. Bald wird es wieder eine komplette Teileliste von unserem Fiat Ducato Ausbau geben, wo alle Bauteile gelistet sind.

Anleitung zur Wasserversorgung im Campervan

In diesem Blogbeitrag zeigen wir dir, wie wir unsere Wasserversorgung beim Camper Ausbau geplant und umgesetzt haben und welche Produkte wir eingebaut haben.

Wie viel Wasser benötige ich im Camper?

Bevor du mit der Planung der Wasserversorgung beim Camper Ausbau startest musst du wissen, wie lange du mit deinem Camper unterwegs sein möchtest und welche Verbraucher du einbauen möchtest.

  • Wie lange möchtest du mit deinem Camper am Stück unterwegs sein? Kürzere Urlaube oder längere Reisen?
  • Wie viele Tage möchtest du autark sein ohne das Wasser aufzufüllen?
  • Welche Verbraucher möchtest du einbauen? Dusche, Toilette, Spülbecken?
  • Wie sieht deine Stromversorgung aus? Möchtest du warmes Wasser?
  • Sollen die Wassertanks fest verbaut oder herausnehmbar sein?

Grundsätzlich kann man auch mit wenig Wasser auskommen und benötigt dafür auch kaum Bauteile. In Australien hatten wir einen 25 Liter großen Wasserkanister, welchen wir zum Kochen, Spülen, Zähne putzen sowie für Trinkwasser verwendet haben. Ein Waschbecken oder Wasserleitungen hatten wir nicht. Zum Spülen und Zähne putzen haben wir den Wasserkanister an den Kofferraum gestellt. Alle 1-2 Tage haben wir den Wasserkanister aufgefüllt und waren so ein ganzes Jahr unterwegs.

Für diese Verbraucher benötigen wir Wasser

  • Duschen
  • Kochen
  • Geschirr spülen
  • Zähne putzen, waschen
  • Trinkwasser

Wir haben in unserem Fiat Ducato eine Nasszelle, bestehend aus einer Dusche und einer Trockentrenntoilette eingebaut. Dazu haben wir in unserer Küche ein Waschbecken zum Geschirr spülen, waschen und Zähne putzen. Unsere Trockentrenntoilette verbraucht kein Wasser und muss somit nicht in den Wasserbedarf eingerechnet werden.

Wir möchten möglichst lange in der Natur unterwegs sein und nicht überall gibt es immer eine Möglichkeit Wasser aufzufüllen. Wir werden täglich kochen, Geschirr spülen, Zähne putzen und hin und wieder auch mal duschen. Außerdem verwenden wir das Wasser aus unserem Frischwassertank auch zum Trinken, wofür wir ca. vier Liter am Tag für uns beide einplanen. Unserer Meinung nach ist es – sofern man Platz hat – immer besser einen größeren Tank einzubauen, weil dies auch gleichzeitig Freiheit und Flexibilität bedeutet. Man muss ihn ja nicht zwingend randvoll machen.

Von unserem letzten USA Roadtrip wissen wir noch, welche teils hohen Preise für das Nutzen einer Entsorgungsstation verlangt werden. Natürlich ist Wasser nicht (immer) kostenlos und wir sind gerne bereit einen entsprechenden Beitrag dafür zu bezahlen. In Kalifornien hätten wir um unseren Wassertank aufzufüllen teils 30 USD bezahlen müssen, was uns dann weder gerecht noch realistisch erschien. Deswegen haben wir lieber mehr als zu wenig Kapazität und sind nicht auf jede Möglichkeit Wasser aufzufüllen angewiesen.

Schema der Wasserversorgung

Frischwassertank

Wir haben uns für einen 126 Liter großen Wassertank von Campingwagner* entschieden. Der Wassertank ist lebensmittelecht, hat eine Reinigungsöffnung und für unseren Van Ausbau die perfekten Maße. Durch die weiße Farbe kann man leicht den Füllstand im Tank erkennen und wir verzichten somit auf eine elektrische Füllstandsanzeige. Außerdem ist die Revisionsöffnung bei diesem Tank zu 100% dicht, so dass man diesen auch quer oder überkopf verbauen könnte. Bei einigen unserer vorherigen Tanks war das nämlich nicht der Fall, so dass es nach dem Einbau ständig aus der Öffnung tropfte.

Der Frischwassertank soll im Heck des Campers, unter unserem Bett eingebaut werden. So ist der Wassertank leicht zugänglich und kann problemlos mit frischem Wasser befüllt werden. Damit ersparen wir uns die Arbeit, einen Einfüllstutzen von außen in die Karosserie einsetzen zu müssen.

Anschlüsse am Frischwassertank

Bei der Wasserversorgung im Campervan müssen die Wassertanks mit verschiedenen Anschlüssen versehen werden, welche der Entlüftung sowie dem Zu- und Abfluss dienen. Wir haben unseren Frischwassertank mit insgesamt drei Öffnungen ausgestattet. Auf die Oberseite kommt ein 1 Zoll Einfüllstutzen und an das hintere Ende eine 10 mm Tankdurchführung als Entnahmepunkt. Die Entlüftung, welche auch im vorderen Bereich sitzt, ist für ein schnelles Befüllen des Tanks und die Wasserentnahme durch die Pumpe wichtig. Die Luft im Tank muss beim Befüllen schnell entweichen können. Auf den Einfüllstutzen schrauben wir einen 19 mm Gardena Adapter um so mit einem Schlauch Wasser aufzufüllen. Alle Bohrungen in den Tanks haben wir mit einem Stufenbohrer gemacht. Dieser hat den Vorteil, dass er sehr viele verschiedene Größen an Löchern bohren kann.

Im hinteren Teil des Frischwassertanks haben wir eine 10 mm Tankdurchführung für die Wasserentnahme der Wasserpumpe angebracht. Im Inneren ist daran ein kleines Stück Schlauch befestigt, welches das Wasser vom Boden aus ansaugt. So kann der Anschluss nicht undicht werden, im Gegensatz zum Einbau auf dem Boden des Tanks. Von hier aus führen wir den Wasserschlauch vom Tank weiter zur Pumpe. Theoretisch kann man an dem tiefsten Punkt des Tanks noch ein kleines Ventil zum Ablassen des Wassers anbringen. Da wir keine Wasserschäden im Van haben wollen verzichten wir aber darauf. Falls wir den Tank mal entleeren müssen können wir das über die Wasserpumpe und das Spülbecken oder saugen das Wasser über die Reinigungsöffnung ab. Der Schlauch bleibt permanent am Einfüllstutzen angeschlossen und wird in einer kleinen selbstgebauten Kiste vor dem Wassertank gelagert. So spart man sich auch das ständige auf- und abstecken.

Abwassertank

Der Abwassertank soll nicht im Auto, sondern unter dem Fahrzeugboden verbaut werden. Der Fiat Ducato hat hier mittig unter dem Fahrzeug eine Stelle, in welche man ideal einen Abwassertank integrieren kann. Für unseren Fiat Ducato gibt es einen speziell angefertigten 93 Liter großen Abwassertank*, der perfekt an den Fahrzeugboden angepasst ist. Dieser Abwassertank eignet sich nicht nur für den Fiat Ducato, sondern auch für den baugleichen Peugeot Boxer und Citroen Jumper ab Baujahr 2006.

Anschlüsse am Abwassertank

Die Planung der Anschlüsse am Abwassertank war äußerst kompliziert. Die Luft muss aus den verschiedenen Bereichen des Tanks nämlich entweichen können, weswegen alle Aussparungen miteinander verbunden sein müssen. Ansonsten kann der Tank nicht zu 100% gefüllt werden.

Um das Wasser abzulassen verbauen wir einen 3 Zoll Ablassschieber.

Abwassertank unter dem Fahrzeugboden befestigen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten um den Abwassertank unter dem Camper zu befestigen. Da unser 93 Liter Abwassertank im gefüllten Zustand extrem schwer werden kann, muss dieser sehr gut befestigt und gesichert werden. Dazu haben wir massive Stahlwinkel sowie M8 Gewindestangen miteinander verbunden, um den Tank mittels Winkelblechen daran festzuklemmen.

In diesem Video erklären wir detailliert, welche Anschlüsse wir am Abwassertank gesetzt und wie wir ihn unter dem Fahrzeugboden verbaut haben.

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Druckwasserpumpe

Wie auch in unserem letzten Van Ausbau haben wir uns wieder für eine Druckwasserpumpe von Lilie* entschieden. Sie gehört zu der Soft-Serie und ist somit durch ihre vier Kammern besonders leise. Dazu hat sie eine Förderleistung von 7l/min bei einem Druck von 1,4bar. Bei dieser Druckwasserpumpe wird vom Hersteller empfohlen, einen groben Wasserfilter vor die Eingangsöffnung zu montieren, da sie so weniger anfällig gegen Schmutzpartikel ist, welche beim Wasser auffüllen in den Tank gelangen können.

Ein Vorteil der vier Kammern ist der Bypass, welcher das Wasser auch bei minimaler Öffnung des Wasserhahns ohne ruckeln laufen lässt. Ansonsten müsste nämlich ein zusätzlicher Druckspeicher verbaut werden, was bei Dreikammer Pumpen oft der Fall ist und wiederum extra Kosten und Mehraufwand mit sich bringt.

Warmwasser beim Campervan Ausbau

Matürlich möchten wir nicht nur mit kaltem Wasser duschen und benötigen daher Warmwasser im Camper. Unsere 2kW Dieselstandheizung von Tigerexped ist direkt an unserem Fahrzeugtank angeschlossen und hat am Ausgang ein 60 mm Warmluftrohr. Genau für diesen Ausgang gibt es den Elgena Wasserboiler*. Wir haben uns für das Modell mit 10 Litern Fassungsvermögen entschieden. Der Boiler ist im Grunde ein reiner Wärmetauscher, welcher die heiße Luft der Standheizung nutzt um das Wasser im inneren des Boilers zu erhitzen. Die heiße Luft strömt durch den Boiler hindurch und kommt hinten wieder raus. So wird der Van also gleichzeitig mit aufgeheizt.

Vor und Nachteile des Elgena Warmwasserboilers

Im Winter hat man bei laufender Heizung immer automatisch warmes Wasser zur Verfügung. Möchte man aber im Sommer mal etwas wärmer duschen und benötigt gerade keine warme Luft, gibt es den Wasserboiler auch in der Nautic Compact Ausführung. Das bedeutet, dass im Boiler eine 230V / 500W Heizpatrone verbaut ist, welche wir über unseren 1500 Watt Spannungswandler betreiben können. Allerdings verbraucht das ordentlich viel Strom und deswegen nutzen wir diese Option nur bei längeren Autofahrten. Wir haben während unserer Europa Reise nämlich bemerkt, dass die Batterien nach der Fahrt sogar leerer waren als davor. Die Heizpatrone verbraucht also mehr Strom, als während der Fahrt wieder reinkommt.

Ein Nachteil des Boilers ist, dass er nur mit maximal 2 bar Wasserdruck versorgt werden darf. Aus diesem Grund haben wir uns letztendlich auch für die Druckwasserpumpe mit 1,4 bar entschieden. Ansonsten hätte ein Druckminderer verbaut werden müssen, welcher den Druck auf 2 bar begrenzt. Dabei wäre der Vorteil einer stärkeren Wasserpumpe aber nicht mehr gegeben gewesen und zudem kostet der Druckminderer auch relativ viel Geld, welches wir uns so gespart haben.

Überdruckventil und Verbrühschutz beim Elgena Warmwasserboiler

Der Wasserboiler muss bei Verwendung mit einer Druckwasserpumpe zudem mit einem Überdruckventil ausgestattet werden, welches bei 3 bar öffnet, also das Wasser aus dem Boiler entweichen lässt. Durch die Druckwasserpumpe steht ständig ein Druck von 1,4 bzw. 2 bar an (je nach Modell der Pumpe). Wird das Wasser nun erhitzt, dehnt es sich im Boiler noch zusätzlich aus und es kann ein zu hoher Druck entstehen.

Wie man auf dem Schema zur Wasserversorgung weiter oben erkennen kann, haben wir hinter dem Wasserboiler einen Verbrühschutz verbaut. Der Wasserboiler erhitzt das Wasser standardmäßig auf 70° Grad Celsius. Würde man in der Dusche nun unwissend den Hahn für heißes Wasser aufdrehen, verbrüht man sich mit 70° Grad heißem Wasser. Der Verbrühschutz mischt das Wasser hinter dem Boiler sofort mit kaltem Wasser, so dass konstant 45° heißes Wasser am Warmwasser Ausgang anstehen. Dies hat den Effekt, dass man die 10 Liter Wasser im Boiler um einiges strecken kann und wir auch zu zweit ausreichend warmes Wasser zum Duschen zur Verfügung haben.

Wasserschläuche

Bei der Auswahl der Wasserschläuche haben wir auf lebensmittelechte Schläuche geachtet. Ohne diese Zertifizierung kann es schnell zur Algenbildung sowie zu unangenehmen Gerüchen kommen. Oft kann man Schläuche in verschiedenen Farben wie rot und blau kaufen, so dass warmes Wasser optisch einfach von kaltem Wasser unterschieden werden kann. Aus Kostengründen haben wir uns aber für transparente Schläuche in 10 mm Stärke (12 mm Außenmaß) entschieden. Es gibt auch größere Wasserschläuche, aber je größer der Schlauch ist, desto mehr Förderleistung und Druck muss die Wasserpumpe aufbringen können. In unserem 6 Meter langen Fiat Ducato hat man schnell mal mehrere Meter Strecke, welche das Wasser vom Tank im Heck zur Dusche im vorderen Bereich zurücklegen muss. Für die komplette Wasserversorgung haben wir rund 16 Meter Wasserschläuche verlegt. 

Anschlüsse legen

Da wir eine Druckwasserpumpe verwenden und auf den Schläuchen immer ein gewisser Druck herrscht, sollten diese auch für einen gewissen Druck ausgelegt sein. Dazu zählen auch die Verbindungen wie zum Beispiel T-Stücke, weshalb wir uns für welche aus Messing entschieden haben. Bei den Schlauchschellen haben wir darauf geachtet so genannte Spannbackenschellen zu bestellen, welche rundum gleichmäßig Druck auf die Verbindung ausüben und bei Vibrationen nicht locker werden.

Fazit zur Wasserversorgung im Campervan

Die Planung der Wasserversorgung im Campervan ist gar nicht so einfach und man benötigt viele Bauteile, die auch ziemlich in’s Budget gehen. Wir haben für unsere Wasserversorgung ganze 1860€ ausgegeben, was natürlich eine Menge Geld ist. Dafür können wir in unserem Campervan auch warm duschen, was für uns auf unseren langen Reisen ein toller und wichtiger Luxus geworden ist.

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