Nach einem anstrengenden und erlebnisreichen Tag in Las Vegas lassen wir die Stadt hinter uns. Unser Campervan Roadtrip durch Utah’s Nationalparks führt uns von dem Zion Nationalpark zu dem Bryce Canyon und zum Capitol Reef Nationalpark. Von dort fahren wir zum Canyonlands und Arches Nationalpark und über das Monument Valley zu dem Grand Canyon.

Unsere Route durch Utah und Arizona

Zion Nationalpark

Unser erster Stopp in Utah ist der Zion Nationalpark, welcher zu den bekanntesten Nationalparks in den USA gehört. Glücklicherweise gibt es in der Nähe von dem Nationalpark auch viele kostenlose Schlafplätze auf BLM Land. Im Nationalpark selber gibt es nur wenige Parkplätze, die nicht für diese Menschenmassen gemacht sind. Deswegen muss man sein Fahrzeug auf dem Parkplatz vor dem Nationalpark abstellen und mit einem Shuttle Bus in den Park fahren.

Unser Wecker klingelt früh am nächsten Morgen und wir fahren zu dem Visitor Center. Ab 7 Uhr fährt der erste Shuttle Bus in den Park rein und zu dieser Uhrzeit ist es jetzt im Oktober noch nichtmal richtig hell. Wir nehmen den Bus um 7.30 Uhr und steigen bei dem Stopp ‚the Grotto‘ aus. Von hier wandern wir zu dem Scout Lookout, welcher direkt neben dem weiterführenden Weg zum Angel’s Landing liegt. 

Nach der Wanderung fahren wir noch mit dem Bus zu der letzten Station, von wo aus die bekannte Wanderung ‚the narrows‘ durch die enge Schlucht startet. Unzählige Menschen laufen bewaffnet mit Stöckern und Wasserschuhen in die Schlucht hinein, es sieht etwas nach einem Massenevent aus. Uns werden es hier zu viele Leute und wir fahren mit dem Bus zurück zu unserem Auto. Auf dem Weg raus stoppen wir noch bei dem ‚Canyon overlook trail‘, wo wir nach etwas Wartezeit noch einen freien Parkplatz bekommen. Nach einem kurzen Spaziergang werden wir nochmal mit einer spektakulären Aussicht über den Zion Nationalpark belohnt und fahren weiter.

Aussicht auf den Zion Nationalpark

Bryce Canyon Nationalpark

Unser nächster Stopp ist der Bryce Canyon, der auf einer Höhe von 2700 Metern liegt. Regen, Wind und Schnee formten Basalt und Sandstein zu unzähligen Felsnadeln, die bis zu 60 Meter in die Höhe ragen. Auch in der Umgebung von dem Nationalpark sieht man noch die ‚Hoodos‘, allerdings nicht ganz so spektakulär. Wir wandern den Queens Garden Trail und abends schlafen wir in einem National Forest, direkt neben dem Nationalpark.

Grand Staircase Escalante National Monument

Das Grand Staircase Escalante gehört zu den abgelegensten Orten in den USA und die meisten Sehenswürdigkeiten sind nur mit einem Allradauto zu erreichen. Allerdings gibt es auch einige Orte, die gar nicht so weit von der Straße entfernt sind und die wir auch mit unserem Fiat Ducato erreichen können.

Bighorn Slot Canyon

Wir möchten schon lange einen Slot Canyon besuchen und hier sollen wir fündig werden. Eigentlich möchten wir zu dem Zebra Canyon, aber dieser ist zur Zeit mit Wasser gefüllt. Unsere Alternative ist der Bighorn Canyon, welcher nur wenige Kilometer davon entfernt ist. Über eine sieben Kilometer lange Schotterstraße gelangen wir zu einem unscheinbaren kleinen Parkplatz.

Der Weg ist nicht ausgeschildert, sondern eher ein Trampelpfad. Wir navigieren mit der App Alltrails und folgen den Pfad. Erst neben und durch das ausgetrocknete Flussbett, bis wir zu einem Canyon kommen. Erst wirkt er noch sehr unscheinbar, doch dann wird er immer enger und entwickelt sich zu einem richtigen Slot Canyon. Die Felswände sind rot, unter unseren Füßen ist Sand und wir sind ganz alleine im Canyon. Wir gehen bis zu einer Stelle wo es nicht mehr weiter geht, genießen die Ruhe und machen viele tolle Fotos. Die Sonne scheint nicht und die Lichtverhältnisse sind perfekt.

Ein eindrucksvoller und menschenleerer Slot Canyon

Die selbe Schotterstraße führt durch BLM Land und in iOverlander finden wir hier wieder einen tollen Schlafplatz mitten in der Natur. So langsam werden wir wirklich verwöhnt und schlafen jede Nacht an so tollen Orten. Abends bewundern wir den Sternenhimmel über uns.

Lower Calf Creek Falls

Nach einer schönen Nacht unter den Sternen fahren wir zu den Lower Calf Creek Falls. Die Wanderung zu dem Wasserfall führt uns 5 Kilometer durch eine Schlucht, bis wir am Ende bei einem Wasserfall rauskommen. Etwas unwirklich ist dieser schöne Wasserfall, umgeben von Felswänden in der sonst so trockenen Natur.

Ein Wasserfall mitten in der Wüste

Capitol Reef Nationalpark

Über die Scenic Road 12 fahren wir durch grandiose Landschaften, vorbei an Canyons und durch gelb verfärbte Birkenwälder. Die Strecke ist wirklich sehenswert und dazu noch richtig schön ruhig. Wir kommen an abgelegenen Dörfern vorbei und vor uns laufen zufriedene Kühe über die Straße. Der Capitol Reef Nationalpark gehört zu den weniger besuchten Nationalparks in den USA und ist somit nicht so überlaufen wie die anderen Nationalparks in Utah. Wir können ihn perfekt in unsere Nationalpark Runde einplanen und wandern zu dem Cassidy Arch.

Aussicht auf den Capitol Reef Nationalpark

Canyonlands Nationalpark

Nach rund zwei Stunden Fahrt erreichen wir einen größeren Highway und suchen uns nördlich von Moab einen Schlafplatz auf BLM Land. In dieser Gegend gibt es gleich zwei Nationalparks: den Canyonlands und den Arches. Wir besuchen zuerst den Canyonlands Nationalpark, welcher der größte Nationalpark in Utah ist und spektakuläre Landschaften bietet.

Wir fahren morgens in den Park rein und unser erster Stopp nach dem Visitor Center ist der ‚Mesa Arch‘, ein natürlicher Steinbogen. Von hier hat man schon eine tolle Aussicht auf die weite Landschaft von dem Nationalpark. Wir fahren sprichwörtlich zum Ende der Straße und laufen zu verschiedenen Aussichtspunkten. Wir sind wirklich überrascht, mit solch einer Aussicht haben wir nicht gerechnet. Der Nationalpark ist absolut sehenswert und die weite Landschaft eindrücklich. Uns erinnert der Park an den Grand Canyon, nur natürlich nicht ganz so gigantisch.

Abends übernachten wir mit anderen Reisenden auf einem schönen Platz neben dem Nationalpark und machen ein Lagerfeuer. Wir fühlen uns etwas wie in Australien im Outback: ein Stellplatz mitten im Outback, ein Lagerfeuer und über uns der Sternenhimmel.

Arches Nationalpark

Der Arches Nationalpark ist einer der bekanntesten Nationalparks in den USA und hier ist deutlich mehr los als im benachbarten Canyonlands. Hier gibt es neben den vielen roten Felsen auch 1500 Natursteinbögen, die Wind und Wetter in den letzten Millionen Jahren geformt haben. Ab dem 4 Oktober kann man mit dem eigenen Auto in den Park reinfahren, davor ist die Anzahl der Besucher durch ein Reservierungssystem begrenzt. Das Highlight ist der ‚Delicate Arch‘, ein 14 Meter hoher Natursteinbögen. Am Vormittag wandern wir durch den Devil’s Garden zu verschiedenen Arches und besuchen am Nachmittag noch andere Aussichtspunkte und Arches.

Pünktlich zum Sonnenuntergang wandern wir zu dem Delicate Arch und genießen das tolle Licht. Am nächsten Tag ist es deutlich kälter, es windet und in der darauf folgenden Nacht regnet es sogar und teilweise kommt sogar Schnee runter. Die Kältewelle hat uns erwischt, aber zum Glück läuft unsere Dieselstandheizung ohne Probleme und so haben wir es auch nachts angenehm warm im Auto.

Ein Highlight unserer USA Reise ist der Arches Nationalpark

Monument Valley

Schon Forrest Gump ist durch das Monument Valley gelaufen und jetzt fahren wir selber hier lang, mit unserem selbst ausgebauten deutschen Campervan. Allein die Aussicht von der Straße ist genauso wie man es sich vorstellt: eine gerade Straße führt geradewegs durch die beeindruckten Filmkulisse. Passenderweise heißt diese Stelle auch ‚Forrest Gump point‘ und es gibt genügend Haltemöglichkeiten an der Straße um das bekannte Foto zu schießen.

Lauf Forrest, lauf!

Das Monument Valley liegt auf dem Gebiet der Najajo und ist somit kein klassischer Nationalpark.Von der Hauptstraße geht es rein zu dem Najajo Gebiet und wir bezahlen 8$ Eintritt pro Person. Eigentlich wollten wir den Wildcat Trail wandern, doch es hat über Nacht nicht nur etwas geregnet, es hat auch geschneit. Ein eisiger Wind weht und die frostige Luft in’s Gesicht und unsere Klamotten halten den kalten Wetter nicht stand.

Stattdessen könnte man auch auf der scenic road einmal durch das Tal fahren. Allerdings ist die Schotterstraße teilweise in sehr schlechten Zustand und wir fahren nur ein kleines Stück in das Tal, weiter trauen wir uns nicht. Somit hat sich der Eintritt für uns nicht so richtig gelohnt, aber die beste Aussicht hat man abgesehen von dem Forrest gump point an der Straße auch hier von dem Visitor Center.

Grand Canyon

Nach dem Monument Valley verlassen wir Utah und fahren in den Bundesstaat Arizona. Wir übernachten unterwegs an einer Tankstelle und nutzen das Wlan. Draußen ist es kalt und windig und wir machen es uns im Auto gemütlich. Am nächsten Tag fahren wir zu dem Südeingang vom Grand Canyon. Hier waren wir vor drei Jahren auch schon mal und nun sind wir wieder hier, verrückt! Die Schlucht wurde in Jahrmillionen Jahren vom Colorado River in das Gestein des Colorado Plateau gegraben und entsanden ist dabei über die Zeit ein 1800 Meter tiefer Canyon. Man kann auch in den Canyon runterwandern, muss dabei aber 1500 Höhenmeter und viele Kilometer überwinden. Wir haben eher Lust auf etwas gemütliches und wandern oben entlang und genießen dabei die Aussicht.

Neben dem Nationalpark grenzt wie so oft der National Forest an und hier darf man bis zu 14 Tage am Stück campen. Wir suchen uns einen schönen und versteckten Platz im Wald und machen es uns hier gemütlich. Am Abend sitzen wir am Lagerfeuer und bestaunen im Anbruch der Dunkelheit wieder den grandiosen Sternenhimmel.

Am nächsten Tag fahren wir weiter zu der Mojave Wüste und zum Joshua Tree Nationalpark. Anschließend geht es weiter nach San Diego. Unser Campervan Roadtrip durch Utah’s Nationalparks und bis nach Arizona war definitiv ein Highlight und absolut sehenswert. Wir haben die ganze Zeit über nicht einmal auf einem bezahlten Campingplatz geschlafen, es gibt einfach so viele tolle Möglichkeiten mitten in der Natur zu schlafen, sei es in einem National Forest oder auf BLM Land in der Wüste.

Von San Diego ist es nicht mehr weit bis nach Mexiko und wir bereiten uns für den Grenzübergang nach Baja California vor.

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