Das Vanlife ist für uns mehr als nur eine Art zu reisen, es ist ein Lebensgefühl. Wir sind seit mehr als zehn Jahren auf Weltreise und mit dem Camper durch viele Länder und Kontinente gereist. In diesem Beitrag teilen wir unsere 15 wichtigsten Vanlife Tipps aus dem Reisealltag.
Vanlife Tipps für Anfänger
Das Vanlife ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden und hat sich zu einem richtigen Lifestyle etabliert. Träumst du auch vom Vanlife und vom life on the road? Damit du weißt, was beim Vanlife auf dich zukommt, teilen wir hier unsere Vanlife Tipps mit dir.
Der richtige Camper für das Vanlife
Um mit dem Vanlife starten zu können, benötigst du natürlich den richtigen Camper. Der richtige Camper ist für jeden ein anderer und das perfekte Basisfahrzeug gibt es nicht. Wenn du den Camper auch im Alltag nutzen möchtest, ist vielleicht ein kleinerer Van wie ein VW Bus genau das richtige für dich. Bevorzugst du aber Stehhöhe und etwas mehr Platz, dann ist ein Transporter die richtige Wahl.
- Möchtest du Stehhöhe?
- Wie viele Personen reisen mit?
- Wie lange möchtest du unterwegs sein?
- Soll der Camper auch im Alltag genutzt werden?
- Wie viel Platz und Komfort möchtest du?
Dabei kommt es natürlich auch auf das eigene Budget an und wie viel Geld du in deinen zukünftigen Camper investieren möchtest. Für uns ist ein Transporter die richtige Größe um Vollzeit unterwegs zu sein. Deswegen haben wir einen 6 Meter langen Fiat Ducato zum Camper ausgebaut.
Vanlife Kosten
Wie viel kostet das Leben im Van eigentlich und wie viel Geld muss ich sparen, um einige Monate unterwegs zu sein? Die Vanlife Kosten hängen von folgenden Faktoren ab:
- Reiseländer
- Gefahrene Kilometer im Monat
- Spritverbrauch
- Übernachtungen (stehst du frei oder auf Campingplätzen?)
- Lebensmittel
- Selber kochen oder Restaurantbesuche
- Fixkosten (Versicherungen, etc.)
Manche Reiseländer wie Spanien oder Marokko sind günstiger als Norwegen und das merkt man auch in den monatlichen Kosten. Wir geben beim Vanlife am meisten für Sprit und für Lebensmittel aus. Je mehr du im Monat fährst, umso mehr Geld gibst du zwangsläufig für Sprit aus. Auf der Panamericana sind wir sehr weite Strecken gefahren, dafür ist in Nord- und Mittelamerika der Diesel günstiger als etwa in Deutschland.
Im Durchschnitt geben wir beim Vanlife ca 1.400€ aus, das deckt alle Kosten von Versicherungen bis zu Diesel, Lebensmittel und Ausflügen. Für Reparaturen und Ersatzteile sollte man immer genügend Geld auf dem Konto haben, es kann schließlich immer etwas kaputt gehen.
Wir haben während des gesamten Ausbaus eine genaue Buchhaltung geführt und alle Campervan Ausbau Kosten in eine Tabelle eingetragen. Angefangen von den Schrauben bis zu der Standheizung oder den Solarzellen ist alles dabei. Du kannst dir die PDF-Datei mit allen Links zu den verwendeten Produkten hier kostenlos runterladen.
Teileliste hier runterladenSicherheit beim Vanlife
Immer wieder hört man von aufgebrochenen oder sogar geklauten Wohnmobilen. Aber wie gefährlich ist das Vanlife wirklich und was kann alles passieren? So viel können wir dir schon mal sagen: Nein, das Reisen im Van ist nicht gefährlicher als jede andere Reiseform auch. Wir sind schon mehr als 100.000 Kilometer durch vier verschiedene Kontinente gefahren und haben kaum negative Erfahrungen gemacht. Überwiegend sind die Menschen freundlich, auch wenn die Medien uns das oft anders suggerieren.
Das größte Sicherheitsrisiko beim Vanlife ist sicherlich der Einbruch in den Camper. Wohnmobile sind ein beliebtes Einbruchsziel und viele Einbrecher wissen leider auch, dass es etwas zu holen gibt. Es gibt aber einige Möglichkeiten, die Sicherheit im Camper zu erhöhen:
- GPS Tracker* einbauen
- Safe einbauen
- Alarmanlage einbauen
- Wertgegenstände verstecken
Je nach Fahrzeugreihe gibt es leider einige Tricks, mit denen man erschreckend einfach das Fahrzeug öffnen kann. Deswegen haben wir in unserem Fiat Ducato verschiedene Zusatzschlösser verbaut:
- Thule Cab Lock* für die Fahrer- und Beifahrertür
- Prick Stop* für die Fahrertür
- Prick Stop* für die Hecktür
- Hecktürverriegelung* für die Hecktür
- Vorhängeschloss* für außen an der Schiebetür
Wir haben eine ausführlichen Beitrag über die Sicherheit im Camper geschrieben: Unsere Tipps für mehr Sicherheit im Campervan
Versicherungen für das Vanlife
Wenn du mit deinem Camper unterwegs bist, benötigst du natürlich eine Haftpflichtversicherung oder bestenfalls eine Teil- oder Vollkaskoversicherung. Wir haben neben der Vollkaskoversicherung auch eine Inhaltsversicherung abgeschlossen. Falls unser Van geklaut oder aufgebrochen wird und unsere Wertgegenstände wie Kamera oder Laptop geklaut werden, sind wir so möglichst gut abgesichert.
Wenn du länger unterwegs sein möchtest, ist auch eine gute Auslandskrankenversicherung Pflicht und sollte vor jeder langen Reise abgeschlossen werden. Die gesetzliche Krankenversicherung versichert nur bis zu kürzeren Aufenthalten von bis zu sechs Wochen. Wir waren zuletzt bei der Auslandskrankenversicherung von der Young Travellers versichert und sehr zufrieden. Die Young Travellers Auslandskrankenversicherung* ist unserer Meinung nach aktuell die beste Auslandskrankenversicherung für das Vanlife und bietet ein sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis.
👉🏼 Beste Auslandskrankenversicherung fürs Vanlife
Vor-und Nachteile vom Vanlife
Ist das Vanlife wirklich so schön, wie es in den sozialen Medien immer dargestellt wird? Oft ist es das, aber definitiv nicht immer. Unserer Meinung nach kommt es vor allem darauf an, in welchem Land und zu welcher Jahreszeit man unterwegs ist sowie an seine eigenen Ansprüche und Erwartungen.
Du wirst nicht immer den perfekten Stellplatz haben, wo du alleine in der Natur stehst. Dafür stehen wir öfters mal auf Parkplätzen, teilweise dicht an dicht. Aber auch das gehört zum Vanlife eben dazu.
Wir lieben beim Vanlife die Freiheit und Flexibilität, die Naturverbundenheit und dass wir in unserem Van immer alles dabei haben. Wir müssen keine Unterkünfte oder Flüge buchen und sind total flexibel. Oft sind die Stellplätze aber nicht so schön, wie man es sich vorstellt und auch die (fehlende) Sicherheit kann ein Nachteil sein. Reparaturen, wenig Privatsphäre und wenig Platz gehören für uns zu den Nachteilen vom Vanlife.
👉🏼 Vor- und Nachteile vom Leben im Van | Vanlife
Vanlife Ausrüstung
Bevor du mit deinem Camper auf einen Roadtrip aufbrichst, solltest du gut überlegen was du alles mitnehmen möchtest. Der Platz im Van ist nämlich begrenzt und es macht Sinn, etwas minimalistischer unterwegs zu sein.
Allerdings kann es auch schwierig sein, bestimmte Teile wie einen Gas Adapter nachträglich im Ausland zu besorgen. Manche Camper Gadgets sind für uns einfach unverzichtbar und seit Jahren ein fester Bestandteil unserer Reisen. Dazu gehören unter anderem:
- Wasserdieb*
- Trinkwasserfilter*
- Omnia Backofen*
- Auffahrkeile*
- Siebträgermaschine*
- Stabmixer*
- Werkzeug
Stellplätze suchen beim Vanlife
Unsere Stellplätze finden wir in den gängigen Apps, wie Park4night. Auf unserer Panamericana Reise haben wir immer iOverlander genutzt. Neben bezahlten Campingplätzen findest du dort auch wild campingspots, Parkplätze oder Entsorgungsstationen. Viele Stellplätze haben zahlreiche Bewertungen und Bilder, die wir uns gerne ausgiebig ansehen. Wir lieben es frei zu stehen, aber das ist je nach Land und Region nicht immer möglich. Unser Vanlife Tipp: lies dir die Bewertungen sorgfältig durch und achte auf aktuelle Kommentare. Manchmal werden Plätze auch gesperrt und dann musst du dir eine Alternative suchen.

Ver- und Entsorgung
Wir sind froh, dass wir in unserer Van einen 126L großen Frischwassertank* und einen 93L großen Abwassertank* eingebaut haben. So können wir für mehrere Tage an einem schönen Platz oder in einer Gegend bleiben, ohne unser Wasser auffüllen oder entleeren zu müssen.
Falls du in deinem Camper also genügend Platz hast, solltest du wenn möglich lieber einen größeren Wassertank verbauen. Den Urintank unserer Trockentrenntoilette können wir neben Entsorgungsstationen auch (vorsichtig) in öffentlichen Toiletten entsorgen oder weiter weg in der Natur.
Toilette beim Vanlife
Wenn wir dir einen wichtigen Tipp für das Vanlife geben können: hab eine Toilette dabei. Leider sind immer noch viele Reisenden der Meinung, dass sie keine Toilette brauchen und lieber in die Natur gehen. Dementsprechend sieht es dann leider auch oft bei den schönen Stellplätzen aus. Menschliche Hinterlassenschaften und Klopapier gehören nicht in die Natur und sind ein Grund, warum Wildcampen immer mehr eingeschränkt wird. Es gibt so viele Möglichkeiten, um eine kleine Toilette im Camper dabei zu haben und so bist du total frei und flexibel unterwegs.
👉🏼 Trockentrenntoilette im Campervan selber bauen
Duschen beim Vanlife
Wir haben in unseren Van eine Dusche eingebaut und möchten mittlerweile auch nicht mehr auf diesen tollen Luxus verzichten. Wir können überall warm duschen, das Wasser erhitzen wir mit einem 9 Liter Warmwasserboiler*. Entweder über die Dieselstandheizung von tigerexped* oder über den 2000W Wechselrichter.
Falls du keine Duschen eingebaut hast, kannst du abgesehen von Campingplätzen auch in Tankstellen, im Fitnesscenter oder im Schwimmbad gegen eine kleine Gebühr duschen. In Neuseeland hatten wir eine Solardusche* dabei, die wir in die Sonne gelegt haben und dann wo aufgegangen haben und warm duschen konnten. Auch eine Außendusche kann sehr praktisch sein.
Kochen beim Vanlife
Wir lieben es in unserem Van zu kochen und haben beim Van Ausbau viel Wert auf eine gut funktionierende Camper Küche gelegt. Wir haben ein dreiflammiges Gaskochfeld* eingebaut, wo genug Platz ist für zwei große Pfannen oder Töpfen. Dazu haben wir einen großen Kompressorkühlschrank mit Gefrierfach, eine große Arbeitsfläche und ein Spülbecken mit kleiner Abtropffläche*. Mit dem Omnia Backofen* kann man dazu tolle Kuchen backen oder einen leckeren Auflauf.
Reiseziele für das Vanlife
Wir lieben es zu reisen und sind auch gerne außerhalb von Europa unterwegs. So sind wir im Camper schon durch Australien und Neuseeland gereist. Zuletzt haben wir unseren Fiat Ducato nach Kanada verschifft und sind entlang der Panamericana bis nach Panama gefahren. Aber auch in Europa gibt es viele Länder, die sich perfekt für einen Roadtrip eignen. Zu unseren Favoriten gehören Norwegen, Schweden, Spanien und Portugal. Auch die Schweiz lässt sich toll mit dem Camper bereisen und es gibt auf den Bergpässen teilweise sehr günstige (Park)plätze, wo man mitten in den Bergen übernachten kann.
Die richtige Reisezeit beim Vanlife
Ein wichtiger Vanlife Tipp ist: beachte die richtige Reisezeit. Wir waren schon mal im Herbst in Nordnorwegen unterwegs und haben die Erfahrung gemacht, dass wir im Sommer eine weitaus schönere Zeit gehabt hätten. Die meiste Zeit haben wir bei Regen und kalten Temperaturen im Van verbracht, unsere nasse Regenkleidung ist gar nicht mehr getrocknet und die Dieselstandheizung lief durch. Irgendwann hatten wir dann keine Lust mehr und haben freiwillig die schöne Region verlassen, da wir uns so sehr nach etwas Sonne und wärmeren Temperaturen gesehnt haben. Wir sind zwar auch gerne mal in der Nebensaison unterwegs wenn weniger los ist, aber bei Regen und kalten Temperaturen die ganze Zeit im Van sitzen macht auf Dauer nicht so viel Spaß.

Die Planung beim Vanlife
Eine gute Planung kann beim Vanlife manchmal Gold wert sein. Meistens planen wir eine grobe Route und suchen uns raus, was wir auf dem Weg alles sehen möchten. Auch gute Stellplätze suchen markieren wir uns in den Apps manchmal vor. In manchen Regionen gibt es nur wenig Möglichkeiten um das Wasser aufzufüllen oder zu entleeren und dann ist eine gute Planung wichtig. Ansonsten sind wir gerne flexibel und spontan unterwegs und entscheiden den Rest auf dem Weg.
Das zulässige Gesamtgewicht beim Vanlife
Die meisten Transporter haben ein zulässiges Gesamtgewicht von 3.5 Tonnen. Mit dem Ausbau und dann noch Kleidung, Lebensmitteln, vollem Dieseltank und Frischwassertank kann der Camper schnell das zulässige Gesamtgewicht überschreiten. Deswegen solltest du versuchen, deinen Ausbau nicht zu schwer zu bauen. Unser Fiat Ducato wiegt reisefertig mit Lebensmitteln, Kleidung, Wasser, Diesel und unserer Wenigkeit ungefähr 3.1 Tonnen. Wir haben also noch genug Platz nach oben. Wichtige Dinge wie Kleidung oder Küchenwaren lagern wir so, dass wir sie schnell und einfach erreichen können. Werkzeug und alles, was wir eher selten brauchen, lagern wir hinten in der Heckgarage.
Fazit zu den Vanlife Tipps
Wir lieben es mit dem Van unterwegs zu sein, für uns ist es einfach unsere liebste Art zu reisen. Wir hoffen, dass dir unsere Vanlife Tipps für Anfänger etwas weiter helfen und du dich schon auf deine nächste Reise freust. Mit der richtigen Vorbereitung, etwas Planung und viel Flexibilität wirst du mit deinem Camper eine tolle Zeit haben.


























